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Sky braucht wieder Geld – u.a. für weiteren HDTV-Ausbau

Der chronisch defizitätre Pay TV-Sender Sky benötigt wieder frisches Geld – und will sich dieses über eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelanleihe holen. Mindestens 340 Millionen EUR will Sky auf diesem Wege von den Anlegern einsammeln, die durch die News Corporation von Rupert Murdoch abgesichert werden sollen.

Das neubeschaffte Geld soll u.a. in den weiteren HDTV-Ausbau investiert werden, um mit Qualität und Exklusivität für weiteres Wachstum bei Sky zu sorgen. Am 13. August starten zunächst die neuen Sky HD-Programme Sky Sport HD 2, Sky Action HD und Sky Cinema Hits HD – die das HD-Angebot auf dann zehn Programme erweitern.

Inzwischen nutzen bereits 14,9 % der Abonnenten laut Sky ein HD-Abo. Forciert werden soll auch die Entwicklung und Vermarktung des erst kürzlich eingeführten Sky+ PVR, mit dem neue Kunden gelockt werden sollen. Zum Jahresende 2010 soll es den Sky+ Receiver auch in einer Kabelversion geben. Ausserdem setzt Sky auf den weiteren Ausbau des Vertriebs mit neuen Partnern, der bereits in den letzten Monaten durch Kooperationen mit Kabelnetzbetreibern wie Kabel BW, NetCologne, Versatel Telekabel und Telecolumbus forciert wurde. Neben der Sky Sport App für das iPad, die bereits rund 33.000 mal geladen wurde, plant Sky ausserdem "weitere innovative Angebote, so dass die Abonnenten die hochwertigen Programme von Sky überall und jederzeit sehen können".

Ab 2,8 Millionen Abonnenten könnte Sky profitabel sein, wurde in der Vergangenheit immer wieder prognostiziert. Davon ist Sky mit seinen derzeit rund 2,467 Millionen aber noch weit entfernt. Mehr als 300.000 Neukunden bräuchte Sky, um die angestrebte Abonnentenzahl zu erreichen. Doch trotz einer auf 16,3 % gesunkenen Kündigungsquote konnte Sky ungeachtet des umfangreichen HDTV-Ausbaus im 2. Quartal 2010 gerade einmal netto 6000 Neukunden gewinnen. Die Sky-Kunden zahlen im Schnitt rund 28,62 EUR pro Monat für ihr Abo – 3,42 EUR mehr als im Vorjahresquartal 2009 in dem noch das alte Premiere-Preis-Schema galt.

Der Verlust im 2. Quartal 2010 lag bei 47,4 Millionen EUR (EBITDA) und inzwischen erwartet man auch bis 2011 noch rote Zahlen, wenn auch auf niedrigerem Niveau als noch in diesem Jahr. Auf Dauer werden sich die kontinuierlichen Verluste aber nicht durch neue Kapitalmaßnahmen ausgleichen lassen solange sich kein dauerhaftes Wachstum einstellt. Die Kredit-Schulden belaufen sich bereits jetzt laut Sky auf 525 Millionen EUR.

 

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