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RTL: DVB-T-Abschaltung in München verschoben

RTL verschiebt die geplante Beendigung der DVB-T-Ausstrahlung im Großbraum München um zwei Monate. In Gesprächen mit RTL konnte Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, erreichen, dass der Ausstieg vom 31. Mai auf den 31. Juli 2013 verschoben wird, damit es für die DVB-T-Haushalte eine ausreichend lange Übergangsfrist gibt, um den Wechsel zu einem anderen Übertragungsweg wie Kabel, Satellit oder IPTV zu ermöglichen.  Im Großraum Nürnberg sind die RTL-Programme schon seit letztem Jahr nicht mehr über DVB-T zu empfangen.

Offen ist derzeit noch die weitere Ausstrahlung der Programme von ProSieben und Sat.1: Die ProSiebenSat.1-Gruppe hat sich bisher noch nicht entschieden, ob sie die medienrechtliche Verlängerung der Ausstrahlung über DVB-T über den 31. Mai hinaus für ein weiteres Jahr beantragt.

Laut der Funkanalyse Bayern 2012 nutzen im Großraum München rund 360.000 Haushalte DVB-T. Dies entspricht fast jedem dritten Haushalt (einschließlich 2. und 3. Geräte). Rund 100.000 Haushalte nutzen ausschließlich den Übertragungsweg DVB-T.

Falls sich die Privatsender endgültig von der DVB-T-Ausstrahlung verabschieden sollten, plädiert Schneider dafür, das bislang in Deutschland noch nicht genutzte DVB-T2 vor allem für den portablen Empfang zu nutzen und zieht dabei auch eine Hybrid-Versorgung über den Mobilfunk in Betracht: "Die Kosteneinsparung für die Programmanbieter kann dafür eingesetzt werden, die DVB-T-Netze für den portablen Empfang erheblich großflächiger als heute und in annähernd allen Ballungszentren in der Bundesrepublik Deutschland aufzubauen. Die Neuausrichtung von DVB-T auf den portablen Empfangsmarkt garantiert dem Rundfunk ein Alleinstellungsmerkmal bei der Verbreitung seiner linearen Programme und liegt im wirtschaftlichen Interesse der Programmveranstalter sowie der Marktpartner im Mobilfunkbereich. Eine konzertierte Aktion aus öffentlichen-rechtlichen und privaten TV-Anbietern, der Mobilfunkindustrie, den Netzbetreibern und den Landesmedienanstalten könnte dazu führen, neue Nutzungsinteressen in der mobilen Informationsgesellschaft zu bedienen und die Zukunft der Terrestrik zu sichern."

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