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Premiere: Kein NDS-Zwangs-Kartentausch oder Pairing geplant

Der Pay TV-Sender Sender Premiere hat Einzelheiten zum geplanten Wechsel auf das neue Verschlüsselungssystem NDS Videoguard bekannt gegeben, den der Sender heute Morgen angekündigt hatte.

Langfristig plant Premiere bis 2012 den Wechsel von Nagravision auf NDS, betreibt bis dahin aber einen Simulcast beider Verschlüsselungssysteme. Zwar spricht Premiere davon, dass man sich für Nagravision auch eine Option nach 2012 offen hielte, die für Premiere die Möglichkeit bietet, bei eventuellen Sicherheitsproblemen mit NDS die Verschlüsselung wieder zu wechseln.

Die Weichen werden aber zunächst eindeutig gestellt: Neue für Premiere zertifizierte Sat-Receiver werden mit dem Verschlüsselungssystem ausgestattet und auch Neukunden sollen zukünftig ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch eine NDS-Karte erhalten. Im Detail ergeben sich aber erst einmal für nur wenige Premiere-Bestands-Abonnenten Veränderungen. Der NDS-Wechsel wird in erster Linie Satellitenhaushalte betreffen, aber nicht Kunden der großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia, die sich selbst um die Verschlüsselung der Programme kümmern und im Falle von Kabel BW bereits NDS Videoguard einsetzen.

Ab dem 2. Quartal will Premiere damit beginnen, Software-Updates für zertifizierte Receiver auszustrahlen, die das bisher verwendete Nagravision durch NDS ersetzen. Ein Receiver, der ein Videoguard-Update erhalten hat, wird nicht mehr Nagravision entschlüsseln können. Voraussetzung dafür ist, dass das der Hersteller überhaupt ein Firmware-Update entwickelt. Das werden zunächst nur wenige Receiver sein und bei älteren Receivern wie z.B. der dBox 2 erscheint ein Update unwahrscheinlich. Zu den ersten Modellen dürften neben den auf einer NDS Middleware basierenden „Premiere Interaktiv“-Receivern die Satellitenvarianten der Receiver-Modelle gehören, die Kabel BW anbietet, da es für die Kabelvariante bereits ein Update gibt. Dazu gehört auch der HDTV-Receiver Humax PR-HD 1000.

Nur Kunden, die nach dem Update dieser Receiver selbst eine NDS-Karte anfordern, werden eine solche zugeschickt bekommen. Für alle anderen Satellitenkunden verschickt Premiere erst später automatisch eine neue Nagravision-Karte, die sich in zertifizierten Receivern nutzen lassen soll. Ob sich diese auch in einem Receiver mit Alphacrypt-Modul einsetzen lassen wird, ist offen.

NDS ermöglicht auch das „Pairing“ der Smartcard mit einem bestimmten Receiver. So lassen sich z.B. die Smartcards des britischen Pay TV-Anbieters BSkyB nur in dem Receiver verwenden, in dem diese bei der Erstinstallation zum Einsatz kam. Premiere hat nach Aussage von Firmen-Sprecher Michael Jachan aber keine Absicht, das Pairing auch für Premiere-Kunden einzuführen. Spekulationen darüber, dass Premiere neben NDS z.B. das bereits für das Premiere Thema eingesetzte Conax zur Verschlüsselung weiterer Programme einsetzen könnte, wies Jachan zurück.

Premiere selbst ist nach Angaben von Jachan auch durchaus offen für CI-Module, die sich alternativ zu den speziell für Premiere zertifizierten Receivern einsetzen lassen. Receiver mit CI-Modul müssten aber neben dem vom Gesetzgeber vorgeschriebenen nicht abschaltbaren Jugendschutz auch einen Kopierschutz bieten, auf den die Rechteinhaber bestehen und auch die Multifeed-Darstellung der Premiere-Kanäle unterstützen. Allerdings hat NDS bislang noch keinem Anbieter eine Lizenz für ein mit Premiere nutzbares Videoguard-CI-Modul erteilt.

Zum Ausbau des HDTV-Angebots von Premiere durch weitere HDTV-Sender oder die Einführung zertifizierter HDTV-Festplattenreceiver konnte Jachan keine großen Hoffnungen machen. Für die nächsten Monate gebe es noch keine Pläne für die konkrete Aufschaltung neuer Sender. Ob im Verlauf des Jahres der für den Mai geplante neue „Europsport HD“-Kanal bei Premiere zu sehen sein wird, wollte der Premiere-Sprecher nicht kommentieren.

Für Premiere zertifizierte HDTV-Receiver mit Aufnahmefunktion sind im Moment nicht zu erwarten. Jachan verweist darauf, dass dies aber keine Absicht von Premiere sei sondern in erster Linie eine Aufgabe der Industrie wäre, entsprechende Geräte zu produzieren.

Zumindest das Programmangebot der beiden bereits bestehenden HDTV-Sender soll ausgeweitet werden. So hat Premiere u.a. die Absicht, neue TV-Serien, sofern möglich, auch in HDTV auf Premiere HD zu zeigen. Da Premiere für TV-Serien auf Premiere HD aber fest Sendetage habe, die nur für eine Auswahl an Serien Platz bietet, könne es durchaus sein, dass diese wie z.B. die heute neu auf „Premiere Serie“ startende Krimi-Serie „K-Ville“ erst etwas später auf Premiere HD starten werden.

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