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Politik drängt auf schnellen DVB-T2-Umstieg in Deutschland

Der Umstieg von DVB-T auf DVB-T2 und damit auch die HDTV-Verbreitung der Öffentlich-Rechtlichen TV-Sender über die klassische Antenne könnte etwas schneller kommen als bislang geplant: Bei der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin beschlossen die Regierungs-Chefs von Bund und Ländern, dass bisher für DVB-T genutzte Frequenzen im 700 MHz-Bereich frühestmöglich zur Förderung des Breitbandausbaus und vorrangig zur Versorgung ländlicher Räume zur Verfügung gestellt werden sollen. Dies soll das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung von 50 Mbit/s in Deutschland zu schaffen, unterstützen. Laut einem dem „Handelsblatt“ vorliegenden Beschlusspapier soll es spätestens ab Mitte 2016 zur Fußball-EM einen DVB-T2-„Plattformbetrieb“ geben.

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange erklärte gegenüber dem Focus, dass zumindest in den Ballungsräumen ab Mitte 2016 HDTV via DVB-T2 zu empfangen sein soll und ab 2017 frei werdende Frequenzen für mobiles Internet in ländlichen Räumen genutzt werden könnten.

Bislang hatten die Öffentlich-Rechtlichen und privaten TV-Sender den Beginn eines DVB-T/DVB-T2-Simulcast in einzelnen Regionen ab 2016 mit dem Ziel einer flächendeckenden DVB-T2-Ausstrahlung bis 2020 geplant. Erst mit dem Ende des Simulcast würden dann die DVB-T-Frequenzen für den Mobilfunk zur Verfügung stehen. Bislang sind in der laufenden KEF-Gebührenperiode von 2013 bis 2016 noch keine Mittel für einen DVB-T2-Umstieg genehmigt, da es für dieses Thema auch erst seit kurzem bei den Sendern einen groben Einführungsplan gibt.
Neben den technischen Voraussetzungen wie Empfangsgeräten mit DVB-T2/HEVC-Tuner gibt es daher auch noch weiteren politischen Klärungsbedarf zur Übernahme der Umstiegskosten bei den Öffentlich-Rechtlichen Sendern. Ausserdem sollen auch das Innen- und Verteidigungsministerium zwei Drittel des Frequenzbereichs für sich beanspruchen. Eine Klärung dieser Rahmenbedindungen wird zwischen Bund und Ländern bis Ende September 2014 angestrebt.

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