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Offiziell: Premiere wechselt auf NDS Videoguard

Premiere hat angekündigt, seine Verschlüsselung für Satellitenhaushalte langfristig auf NDS Videoguard umzustellen. Bis 2012 wird der Abo-Sender seine Satellitenkunden und Haushalte, die ihr Programm von kleineren, privaten Kabelnetzbetreibern der Netzebene 4 empfangen, auf das neue Verschlüsselungssystem umstellen.

Kunden der großen Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia sind von der aktuellen Änderung des Verschlüsselungssystems nicht betroffen. Auch für Abonnenten, die Premiere Fußball Bundesliga über arenaSat empfangen, ändert sich nach Angaben von Premiere nichts.

Der Vertrag mit der NDS Group hat eine Laufzeit von 10 Jahren. Parallel kommt eine neue, verbesserte Nagravision-Verschlüsselung zum Einsatz. Der Vertrag mit dem Schweizer Softwarehaus Kudelski über Nagravision läuft bis 2012 und kann verlängert werden. Alle neuen Receiver sollen mit NDS Videoguard ausgestattet werden.

Einen automatischen Umtausch der Nagravision in NDS-Karten wird es vorerst aber nicht geben, wenn Premiere den NDS-Wechsel genau so vollzieht, wie es in der Pressemitteilung beschrieben wird:

Premiere wird ab dem 2. Quartal damit beginnen, ein NDS Videoguard-Update auf einzelne Receiver in Satelliten-Haushalten aufzuspielen. Um welche Modelle es sich dabei handeln wird, teilte der Sender noch nicht mit. „Nach dem Update erhält der Abonnent eine Meldung seines Receivers mit der Telefonnummer, unter der er sich direkt bei Premiere meldet und seine neue Smartcard bestellt. Gleichzeitig werden diese Kunden bis zum Eintreffen der neuen Smartcard für ihre Premiere Programme freigeschaltet.

Um die bestehende Sicherheitslücke im derzeitigen Nagravisionsystem zu schließen, wird Premiere bei allen anderen Satellitenkunden, für deren Receiver es kein NDS Videoguard-Update gibt, die Smartcard wechseln. Premiere Abonnenten erhalten dazu automatisch eine neue Nagravision-Smartcard per Post, die sie gegen die alte Karte in ihrem Receiver tauschen. Neben den Satellitenkunden werden dabei auch alle Abonnenten kleinerer privater Kabelnetzbetreiber (Smartcard mit der Kennung P01 bis P04) auf das neue Nagravisionsystem umgestellt“.

Bestandskunden ohne zertifizierten Receiver werden laut dem von Premiere geschilderten Verfahren vorerst von einem Zwangs-Update auf NDS verschont bleiben und lediglich automatisch eine neue Nagravision-Karte erhalten. Denn auf einem nicht zertifizierten Receiver wird es auch kein NDS-Software-Update geben können und somit wird man auch auf einem nicht zertifizierten Receiver nicht die Nummer ablesen können, unter der die NDS-Karte angefordert werden kann. Ob das Alphacrypt-Modul in der Lage sein wird, mit den von Premiere ausgegebenen neuen Nagravision-Karten das Premiere-Programm zu entschlüsseln, ist allerdings unklar. Offiziell gestattet Premiere den Empfang seiner Programme nur mit einem zertifizierten Receiver, der mit einem nicht abschaltbaren Jugendschutz und einem Kopierschutz-System ausgestattet ist.

Zwar hält sich Premiere in der Ankündigung der NDS-Einführung die Option offen, auch über 2012 hinaus sein Programm parallel in Nagravision zu verschlüsseln, dennoch ist die Tendenz klar, dass der Sender zukünftig vor allem auf NDS Videoguard setzen will, was sich nach dem Einstieg von Rupert Murdochs News Corporation bei Premiere bereits abzeichnete. NDS Videoguard kommt weltweit bei den Pay TV-Angeboten der News Corporation zum Einsatz. Beim britischen Pay TV-Anbieter BSkyB ist sogar ein Pairing üblich: Hierbei wird die Smartcard mit dem verwendeten Receiver „verheiratet“, lässt sich also nur noch in einem einzigen Receiver nutzen, der vom Betreiber verkauft wird.

Langfristig dürfte die Einführung von NDS das Aus für die noch heutzutage faktisch gegebene Möglichkeit bedeuten, Premiere auch auf einem nicht zertifizierten Receiver mit Hilfe eines Alphacrypt-Moduls zu verwenden, da es für NDS Videoguard bislang noch keine offiziellen Module für Premiere gibt, die sich in Receivern mit Common Interface-Schnittstelle einsetzen lassen. Davon wären insbesondere Haushalte betroffen, die sich einen HDTV-Festplattenreceiver angeschafft haben, da es bislang auch von Premiere keinen zertifzierten HDTV-Festplattenrecorder gibt.

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