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Kritik: James Camerons „Avatar“ in 3D


© 2009 Twentieth Century Fox

12 Jahre nach "Titanic" kehrt James Cameron mit "Avatar – Aufbruch nach Pandora" zurück auf die Kinoleinwände. Der ganze Wirbel, der um das Projekt bereits seit Monaten gemacht wurde, wäre wahrscheinlich geringer ausgefallen, wenn Cameron sich nicht dazu entschieden hätte, den Film in 3D zu drehen. Doch die Welt von Pandora, die Cameron in "Avatar" erschafft, wird nicht erst durch die 3D-Technik zum Leben erweckt, sondern bietet bereits in 2D durch das geschickte Arrangement verschiedener Ebenen im Bild eine plastische Tiefe, die sonst im Kino recht selten ist. "Avatar" ist ein Film mit sehr viel Detail, der fast jede Szene mit so vielen Elementen füllt, dass es beinahe unmöglich ist, alles zu erfassen, was gleichzeitig auf dem Bildschirm passiert. Cameron nutzt die 3D-Technik ohne sie zur reinen Effekthascherei verkommen zu lassen. 3D erweitert vor allem die plastische Tiefe noch einmal, ohne den Zuschauer mit Effekten zu bombardieren, die dem Zuschauer permanent direkt ins Gesicht springen. Dabei hätte der Film sicherlich bereits mit klassischen Methoden sogar noch beeindruckender werden können. Doch Cameron hat durch eine weiche Detailschärfe, dezenten Kontrast und die in erster Linie auf blaue, graue und grüne Töne reduzierte Farbpallette dem Film einen recht bescheidenen Ton gegeben. Obwohl die 3D-Technik allgegenwärtig ist, lenkt sie nicht von der Handlung ab, weil der Betrachter während der gesamten 160 Minuten Laufzeit keine Szenen zu sehen bekommt, bei denen es offensichtlich wird, dass diese in erster Linie mehr 3D-Show-Effekt als Teil der Story sind. Insoweit ist "Avatar" mehr Evolution als die große Kinorevolution – und das ist auch gut so, weil 3D nur ein Element des Films ist, der beeindruckend aber dennoch nahtlos das Bild- und Tonerlebnis erweitert. Und wer während des Film ab und zu einmal die 3D-Brille von der Nase nimmt, wird sogar feststellen, dass viele der Szenen bereits in 2D ähnlich imposant wirken wie in 3D.
 

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