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Kino-Kritik: „World War Z“ – Brad Pitts blutarmer Kampf gegen die Zombies

Gerry Lane (Brad Pitt) wird zusammen mit seiner Familie in Philadelphia Zeuge des Ausbruchs einer Zombie-Epidemie. Der ehemalige UN-Mitarbeiter mit Erfahrung in Krisengebieten kann sich mit Frau und Kindern auf ein Schiff der US-Navy retten und wird gebeten, den für die Epidemie verantwortlichen Virus zu finden, um ein Gegenmittel zu entwickeln. Lane macht sich zu einer Militärbasis in Südkorea auf, wo der erste „Zombie“-Ausbruch berichtet wurde….

„World War Z“ basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Max Brooks, der in Deutschland unter dem Titel: „Operation Zombie: Wer länger lebt, ist später tot“ erschienen ist. Brad Pitt ist nicht gerade der erste Name, der einem zu einem Zombie-Drama einfällt, aber er hat sich bereits frühzeitig die Film-Rechte gesichert und den Film auch mitproduziert.  Das Buch ist im Stile einer Reihe von fiktiven Augenzeugenberichten und Interviews geschrieben, so dass für den Film erst eine richtige Handlung entwickelt werden musste, die nur recht lose mit dem Inhalt des Buchs verbunden ist.

„World War Z“ ist vor allem ein Film für Leute, die sich normalerweise keine Zombie-Filme anschauen und dürfte für die eigentlichen Fans des Genres recht wenig Mehrwert bieten. Zugunsten des amerikanischen PG 13-Ratings hat Regisseur Marc Forster den Film sehr blutarm inszeniert und selbst dem bloßen Anblick der Zombies weicht die Kamera gerade am Anfang durch schnelle Schwenks und Schnitte immer wieder aus. Sogar die FSK 16-Fassung weckt eigentlich falsche Erwartungen, denn insgesamt ist der Film noch zahmer als Peter Jacksons bereits ab 12 Jahren freigegebener „Hobbit“. Auf Blu-ray Disc wird im Herbst eine härtere Fassung von „World War Z“ veröffentlicht. Wahrscheinlich werden etwas detailliertere Bilder aber nur dezent andere Akzente bieten, zum Film selbst aber nur recht wenig beitragen, da der „World War Z“ wohl auch bewusst keine Gewaltorgie sein will sondern eher ein „Was wäre wenn…“-Szenario präsentiert, vergleichbar mit Steven Soderberghs „Contagion“, aber mit etwas spektakuläreren Bildern.

Am Anfang ist „World War Z“ vor allem ein Familiendrama und lässt aus der Perspektive von Brad Pitts Film-Familie den Zuschauer hautnah erleben, wie es ungefähr aussehen dürfte, wenn ganz unerwartet eine Horde Untoter eine Großstadt aufmischt. Daraus entwickelt sich dann eine Thriller-Geschichte, die Brad Pitt aus den USA nach Südkorea, Israel und Wales verschlägt. Dabei bietet der Film eine gute Balance zwischen Story und splatterfreier Action. Sobald Brad Pitt in Wales im wahrsten Sinne „aufschlägt“ verliert der Film allerdings deutlich an Tempo und Spannung. Zwar bekommt man in den dann folgenden ruhigeren Szenen mit längeren Schnitten etwas mehr von den Zombies zu sehen. Doch das letzte Drittel und der ausbleibende Showdown sind trotz der Überraschung, die am Ende die Lösung herbeizaubert, etwas zu zäh inszeniert worden und lassen einen runden Abschluss der Geschichte vermissen.

„World War Z“ wurde nicht in 3D gedreht sondern erst nachträglich konvertiert. Trotzdem bietet der Film durchaus Momente plastischer Tiefe ohne übertriebene Show-Effekte. Der Vordergrund wird dabei so gut wie gar nicht ausgenutzt und häufiger vergisst man auch wieder, dass es sich eigentlich um einen 3D-Film handelt. Dazu trägt leider auch die recht blasse Optik des Cinemascope-Bildes bei, dessen Farben überwiegend so ausgewaschen wie ein schmuddeliger Instagram-Filter wirken.

„World War Z“ läuft seit dem 27.06.2013 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Spätherbst auf Blu-ray Disc & DVD.

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