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Kino-Kritik: „Wolverine: Weg des Kriegers“ – Hugh Jackman als verwundbarer Held mit harter Klinge

In Japan wird „Wolverine“ (Hugh Jackman) seiner Unsterblichkeit beraubt und muss nicht nur Mariko (Tao Okamoto), die Enkelin eines alten Bekannten, dem er einst im Krieg das Leben rettete, beschützen sondern nach dem Tod der geliebten Jean Grey gleichzeitig gegen seine inneren Dämonen kämpfen…

Der Film beginnt zum Ende des 2. Weltkriegs kurz vor den amerikanischen Atombomben-Angriffen auf Hiroshima und Nagasaki. Japan wird nach einem Blick in die Gegenwart auf einem im Wald zurückgezogen lebenden „Wolverine“ auch schnell wieder zum wesentlichen Schauplatz des Films. Nach dem atmosphärisch sehr gelungenen Einstieg dauert es zunächst einige Zeit, bis die eigentliche Handlung beginnt. „Wolverine: Weg des Kriegers“ hat im Vergleich zu den bisherigen Filmen aus dem X-Men-Universum einen sehr eigenen Stil und bietet eine gute Dosis Action, widmet aber auch viel Zeit dem Charakter von „Wolverine“. Nach dem ersten Action-Höhepunkt plätschert die Handlung dann allerdings auch recht lange zwischen Drama und Liebesgeschichte hin und her und gewinnt erst im letzten Drittel wieder an Tempo. Hilfe von den X-Men-Kollegen gibt es nicht. „Wolverine“ muss sich in Japan selbst bewähren und bekommt dort zumindest tatkräftige Unterstützung von der kessen Yukio (Rila Fukushima), die in die Zukunft sehen kann. Fans von asiatischen Action-Fights kommen auf ihre Kosten und optisch ist der Film auch sehr ansprechend vor beeindruckenden Kulissen inszeniert worden. Obwohl James Mangold „Wolverine: Weg des Kriegers“ nur in 2D gedreht hat, wurden bei den Dreharbeiten viele Perspektiven anscheinend sehr bewusst für eine 3D-Präsentation ausgewählt, die bei der nachträglichen Konvertierung auch für eine optische Tiefe sorgen. Davon einmal abgesehen, dass die Darstellung in 3D dem Zuschauer die räumlichen Dimensionen des Raumes deutlich zeigt, sind ansonsten aber Einzelheiten der Objekte und Personen im Bild mit nur sehr wenig räumlicher Tiefe versehen.

„Wolverine: Weg des Kriegers“ ist voll und ganz auf Hugh Jackman zugeschnitten, der in seiner Rolle einerseits die emotionale Zerrissenheit des unsterblichen und innerlich gebrochenen Helden gut vermittelt, sich aber vor allem immer wieder exzellent mit blitzenden Klingen in Pose bringt und mit grimmigem Blick sowie ab und zu einem trockenen Spruch auf der Lippe eine gute Show abliefert. Atmosphärisch ist „Wolverine: Weg des Kriegers“ sehr gut inszeniert worden. Allerdings fehlt es der Handlung für insgesamt 136 Minuten Laufzeit doch etwas an Spannung und auch das Ende ist in groben Zügen schon recht früh leicht vorhersehbar. Wer genau hinschaut, wird auch von den wenigen Twists nicht sonderlich überrascht werden, da diese teilweise schon vorher angedeutet werden. Dafür gibt’s zumindest nach dem Film im Abspann noch eine kleine Überraschung zu sehen.

„Wolverine: Weg des Kriegers“ (The Wolverine) läuft seit dem 25.07.2013 in den deutschen Kinos und wird voraussichtlich zum Jahresende auf Blu-ray Disc & DVD veröffentlicht.

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