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Kino-Kritik: „White House Down“ – Roland Emmerichs gelungenes Action-Comeback

Der Washingtoner Polizist und ehemalige Soldat John Cale (Channing Tatum) träumt davon, als Personenschützer für den US-Präsidenten James Sawyer (Jamie Fox) zu arbeiten. Doch das Bewerbungsgespräch beim Secret Service im Weißen Haus bleibt ohne Erfolg. Cale traut sich nicht, seiner Tochter sofort die Wahrheit zu sagen, und nimmt sie mit zu einer Besichtigungstour durch das Weiße Haus. Plötzlich wird bei einem Angriff einer schwer bewaffneten Gruppe der Großteil des Secret Service-Personals ausgeschaltet. Nur noch Cale kann jetzt den Präsidenten, seine Tochter und das ins Chaos stürzende Land retten….

Nach dem Ausflug ins Historien-Drama mit „Anonymous“ bietet Roland Emmerichs neuester Film wieder pure Action: „White House Down“ weckt mit seinem Katastrophen-Szenario Erinnerungen an „Independence Day“, dem größten Erfolg in Emmerichs Hollywood-Karriere.

Wer sich an dessen hektischen und oft übertrieben wirkenden Stil sowie die vielen albernen Szenen erinnert und sich genau deswegen „White House Down“ nicht anschauen will, sollte Emmerichs neuesten Film dennoch eine Chance geben: Der ganze Film hat einen erstaunlich rauhen Stil mit nur sehr wenig kitschigen Momenten.

Für einen Action-Film ist das Drehbuch von James Vanderbilt sogar recht clever gestaltet. Das gesamte Szenario ist zwar extrem überzogen, wirkt aber keineswegs total absurd und vor allem bietet der Film einen guten Mix aus Action und einer sich immer weiter fortentwickelnden Story, die den Zuschauer erst nach und nach in einige Geheimnisse einweiht. Selbst die Action-Szenen erschöpfen sich nicht einfach in minutenlangen Fights, die einfach nur Zeit schinden, wie es leider bei vielen Blockbustern inzwischen üblich ist. Auch durch den steten Wechsel zwischen verschiedenen Handlungsorten bleibt die Spannung erhalten und trotz 130 Minuten Laufzeit gibt es eigentlich nur sehr wenige wirklich ruhige Momente.

Channing Tatum geht als Hauptdarsteller ziemlich hart zur Sache und in den Nebenrollen fallen vor allem James Woods und Richard Jenkins positiv auf. Jamie Foxx wirkt in seinem zwischen staatsmännischem und kumpelhaften Verhalten schwankenden Auftritt aufgrund der etwas eisigen Mimik aber nicht ganz überzeugend und die meisten Schurken werden auch nur auf B-Movie-Niveau klischeehaft dargestellt.

Das größte Manko sind allerdings die trotz eines Budgets von immerhin rund 150 Millionen US-Dollar sehr billig wirkenden Special Effects, die gerade bei den vielen Aussenszenen zum Einsatz kommen. Leider sieht man die oft sehr künstlich wirkenden Kulissen selbst in Szenen, bei denen man durchaus auch auf reale Vorlagen hätte zurückgreifen können.

Dennoch ist „White House Down“ mit seinem gelungen Mix aus Action und spannender Unterhaltung einer der interessantesten Action-Filme des Kino-Sommers 2013 geworden – und gleichzeitig einer der besten Hollywood-Filme von Emmerich überhaupt. Und im Vergleich zum thematisch sehr ähnlichen, aber etwas langweiligen Konkurrenzfilm „Olympus Has Fallen“ bietet „White House Down“ auf jeden Fall deutlich mehr Spannung.

„White House Down“ läuft seit dem 05.09.2013 in den deutschen Kinos und wird von Sony voraussichtlich im Frühjahr 2014 auf Blu-ray Disc & DVD veröffentlicht.

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