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Kino-Kritik: „The Expendables 2“ – Die „entbehrlichen“ Action-Altstars kehren zurück

In der Fortsetzung von Sylvester Stallones Action-Highlight „The Expendables“ sind Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger sowie die Neuzugänge Liam Hemsworth, Martial-Arts-Legende Chuck Norris und Jean-Claude Van Damme zu sehen. Hinzu kommt die Chinesin Yu Nan als erste weibliche „Expendable“. Sylvester Stallone übergab die Regie für „The Expendables 2“ an den u.a. durch „Con Air“ actionerfahrenen Simon West, schrieb aber selbst das Drehbuch. Mit einer Laufzeit von 104 Minuten ist der ab 18 Jahren freigegebene Film genau so lang wie die Kino-Langfassung des ersten Teils.

Die Story ist nicht sonderlich spektakulär: Mr. Church (Bruce Willis) heuert die „Expendables“ für einen Job an, der gründlich schief läuft. Die Truppe sinnt auf Rache, zieht in feindliches Gebiet und wird dabei gleichzeitig vor die Aufgabe gestellt, sechs Pfund gefährliches Plutonium unschädlich zu machen…
 

Für einen Actionfilm hält sich „The Expendables 2“ recht lange mit Nebensächlichkeiten auf. Nach einer fulminanten Actionsequenz gleich ganz am Anfang, die zwar mit der späteren Handlung nur recht wenig zu tun hat aber gleichzeitig eine der besten Szenen des ganzen Films ist, zieht sich die Handlung recht zäh mit vielen nur wenig relevanten Dialogen in die Länge und bis auf einige kurz zwischengeschobene Action-Sequenzen geht es erst in der letzten halben Stunde dann wieder richtig zur Sache.

Stallone scheint sich zu bemühen, der ganzen Story einen Hauch von Bedeutung zu geben obwohl man dies bei einem Action-Film dieser Art überhaupt nicht verlangt und es gelingt darüber hinaus nicht wirklich überzeugend. Wäre da nicht die große Starbesetzung so könnte man in Anbetracht der 08/15-Story kaum Unterschiede zu vielen anderen in Osteuropa gedrehten B- und C-Movies feststellen und die (wenigen) Special Effects sind meist ziemlich schlecht.

Auch die Szenenübergänge geraten teilweise etwas holprig und ein paar Mal bekommt man beim Wechsel von Szene zu Szene den Eindruck, gerade ein paar Minuten verpasst zu haben. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch von „The Expendables 2“ wieder einen „Extended Cut“, der diese Lücken füllt – auch wenn sie nicht sonderlich relevant sind.

Stallone und seine Starkollegen bemühen sich immer wieder, sich gegenseitig auf die Schippe zu nehmen was aber nicht immer wirklich gut gelingt. Die Auftritte von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger sind etwas länger als im ersten Teil, dennoch wirken sie auch hier wie ein wenig deplazierte Überraschungsgäste, die sich vor allem alte Zitate an den Kopf werfen. Die originellste Performance geben der zum Fremdschämen coole Chuck Norris als einsamer Retter in der Not und vor allem Jean Claude van Damme als überlebensgroßer Bösewicht ab, der auch zweimal eindrucksvoll körperlich demonstrieren darf, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Richtig gut ist „The Expendables 2“ aber leider nur in den längeren Actionszenen am Anfang und Ende des Films, die trotz ihrer derben Darstellung auch immer wieder subtil humorvoll wirken. Trotz des hohen Gewaltlevels in den Actionszenen die ganz eindeutig eine Altersfreigabe erst ab 18 Jahren zur Folge haben, verliert sich der Film aber nicht in der drastischen Darstellung von Einzelkeiten sondern zeigt nur recht wenig grafisches Detail. Das gilt allerdings auch für viele andere Szenen im Film, dessen Bild bei der 2k-Digitalprojektion immer wieder unzeitgemäß stark verrauscht und teilweise sehr unscharf wirkte.

„The Expendables 2“ läuft seit dem 30.08.2012 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich Ende 2012/Anfang 2013 auf Blu-ray Disc & DVD. Der erste Teil ist seit Februar auch als „Director’s Cut“ auf Blu-ray Disc erhältlich.

© Bilder: 20th Century Fox

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