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Kino-Kritik: "The Dark Knight Rises"

"The Dark Knight Rises" beginnt acht Jahre nach dem Ende von "The Dark Knight". Bruce Wayne lebt zurückgezogen von der Aussenwelt. Der "Batman" ist in Ungnade gefallen, da ihm der Tod des Staatsanwalts Harvey Dent angelastet wird. Die unfreiwillige Bekanntschaft mit einer Juwelendiebin bringt Wayne auf die Spur des Bösewichts Bane, der Gotham in seine Gewalt bringt und mit der Explosion einer Neutronenbombe droht...

Die Überlänge von knapp 165 Minuten gibt dem Film Zeit für einen langsamen Einstieg in die Geschichte. Die Erzählweise ist für das heutige Kino, wo Blockbuster-Film-Konzepte oft nicht auf die besten Ideen sondern den größten Konsens zum Erreichen möglich vieler Zuschauer reduziert werden, sehr ungewöhnlich und eher typisch für epische TV-Serien. Mehrere parallele Handlungsstränge fügen sich langsam zu einer größeren Geschichte zusammen und ähnlich wie in "Batman Begins" vergeht einige Zeit, bis Christian Bale wieder in seinem dunklen Latexanzug zu sehen ist. Der Bösewicht Bane (Tom Hardy) versteckt sein Gesicht hinter einer Maske auf dem Mund, die der Stimme im englischen Originalton einen dumpfen Klang verleiht. Da die Maske Gesichtsregungen weitgehend unkenntlich macht lebt diese Figur in erster Linie von ihrer eiskalten, monotonen Stimme, die ähnlich einprägsam ist wie die von "Darth Vader" in "Star Wars".

Christopher Nolan gelingt mit "The Dark Knight Rises" ein abwechslungsreicher Abschluss seiner Batman-Trilogie, der viele Themen aus den beiden vorherigen Filmen wieder aufgreift, miteinander verknüpft und neue Zusammenhänge herstellt. Dabei gibt es neben den bekannten Hauptfiguren aus den ersten beiden Filmen auch ein recht passend eingefädeltes Wiedersehen von Figuren, die man schon fast wieder aus dem Gedächtnis verloren hat und mit Anne Hathaway als "Catwoman" sowie Joseph Gordon-Levitt als eifrigem Cop zwei neue Rollen von herausgehobener Bedeutung. "The Dark Knight Rises" bietet für einen Actionfilm ungewöhnlich viel Dialog und ist über weite Strecken auch ohne Action am laufenden Band sehr spannend obwohl Bruce Wayne auch nicht durchgängig als cooler Held auftreten kann. Bane mag zwar als Bösewicht nicht so extrovertiert auftreten wie "Der Joker" in "The Dark Knight". Dafür ist er aber nicht einfach nur ein Schurke, der aus dem Nichts kommt, sondern dessen Hintergrundgeschichte eines der wichtigen Elemente des Films ist.

Das Szenario des Films wirkt noch düsterer als in den beiden Vorgängern. Die Actionszenen wurden geschickt in die Handlung integriert ohne dass sie einfach nur zur Show dienen. Selbst der Showdown des Films wirkt sehr klassisch inszeniert. Digitale Effekte nimmt man nur in sehr leichtem Maße war. Nur wenige neue Gadgets stehen Batman zur Verfügung - dafür sind diese aber um so effektiver.

Vor allem zum Ende bietet der Film einige Wendungen und Überraschungen. Nicht immer geht es dabei mit hundertprozentiger Logik zu aber es lohnt sich dennoch, bereits zuvor auch auf kleine Nebensächlichkeiten zu achten. Denn der Film bietet so einige Ereignisse, die erst im Rückblick ihre Relevanz erkennen lassen. Die vielen Twists sorgen dafür, dass "The Dark Knight Rises" bis zur letzten Minute recht spannend bleibt und recht geschickt die Frage über zukünftige "Batman"-Filme ins Ungewisse aber nicht Unmögliche verschiebt.

Da der Film um so besser funktioniert je weniger Vorwissen man über Handlung und Figuren in ihn hineinbringt, muss sich allerdings noch zeigen, ob "The Dark Knight Rises" es dem Zuschauer auch beim mehrmaligen Betrachten ermöglichen wird, dieses sich langsam zusammenfügende Puzzle immer wieder neu mit der gleichen Intensität zu erleben.

Im Unterschied zu den meisten großen Blockbustern und ebenso wie bereits "The Dark Knight" wurde "The Dark Knight Rises" ausdrücklich von Christopher Nolan und seinem Kameramann Wally Pfister nicht in 3D gedreht. Das hätte wahrscheinlich auch nur wenig Sinn gemacht, da der Film vor allem viele großflächige Kameraperspektiven rund um das eigentliche Geschehen zeigt, die in 3D am wenigsten räumlich dargestellt würden. Ob Nolans "Batman"-Filme oder "Inception": Diese Filme sind dafür gemacht, dass der Zuschauer alleine schon vom gesamten Setting und dem Sound des Hans Zimmer-Scores so beeindruckt wird dass er sich ins Geschehen hineingezogen fühlt. Daher ist es konsequent, dass Nolan zusammen mit seinem Kameramann Wally Pfister auch wieder auf das größere IMAX-Format gesetzt hat um diesen Eindruck noch zu verstärken - auch wenn dieses IMAX-Erlebnis nur in sehr wenigen Kinos wirklich zu erleben ist.

"The Dark Knight Rises" startet heute offiziell in den deutschen Kinos und laut Angaben von amazon.de voraussichtlich am 30. November auf Blu-ray Disc & DVD.

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