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Kino-Kritik: „Ted“

John Bennet (Mark Wahlberg) hat einen Teddybär, den er über alles liebt. Das Besondere an Ted: Er kann sprechen, fährt (mehr schlecht als recht) Auto, raucht Hasch und feiert am liebsten Parties mit John. Das gefällt Johns Freundin Lori (Mila Kunis) überhaupt nicht. Nach vier Jahren Beziehung erwartet sie von John, endlich erwachsen zu werden und sich von Ted zu trennen…

"Ted", das Kinodebüt von "Family Guy"-Erfinder Seth MacFarlane, bietet den gleichen derben Humor, den man aus der Comedy-Serie kennt. Und da MacFarlane persönlich in der englischen Originalversion dem plüschigen Ted seine prägnante Stimme verlieh, die man durch den Hund Brian und viele weitere "Family Guy"-Figuren bereits gewohnt ist, bedarf es nur wenig Überzeugungsarbeit um dem Zuschauer "Ted" als echtes Lebewesen vertraut zu machen.

Die vielen Gags dürften auf jeden Fall Fans der Serie gut gefallen – neben MacFarlane haben auch zwei Autoren von "Family Guy" am Script für den Kinofilm gearbeitet. Recht gelungen ist auch die liebevolle Einbeziehung von vielen Elementen der Popkultur der letzten 30 Jahre in die Handlung. Tabus gibt es keine. Selbst die Anschläge des 11. September werden für Witze genutzt. Den nötigen Galgenhumor bringen MacFarlane und Mark Wahlberg aus ihrer eigenen Lebensgeschichte mit: Am 11. September waren beide ursprünglich selbst auf den American Airlines-Flug 11 gebucht, der später in das "World Trade Center" gesteuert wurde.

Zwar macht sich MacFarlane im Film über eine Menge Prominenter lustig und insbesondere an Kollegen wie Adam Sandler wird hämisch ausgeteilt. Gleichzeitig bietet der Film aber eine großartige Bühne für etwas aus dem Rampenlicht geratene Stars wie Tom Skerrit (Alien) und Sam J. Jones (Flash Gordon) in kleinen Nebenrollen.

Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller Mark Wahlberg und Mila Kunis bleiben etwas im Schatten des animierten Filmhelden Ted zurück da man den Gesichtern der Darsteller häufig ansieht dass sie nicht mit einem echten Lebewesen reden sondern einem Unsichtbaren, der erst später im Computer entstanden ist. Das fällt insbesondere in den ernsteren Film-Momenten auf.

Auf die romantische Rahmenhandlung, die zu sehr dem 08/15-Schema entspricht, hätte man durchaus verzichten können, da sie das Tempo der Gags etwas entschleunigt – aber zum Glück nicht ausbremst. "Ted" ist bis in den Abspann hinein so witzig wie nur wenige Komödien, deren beste Momente man oft schon im Trailer gesehen hat. Es vergeht kaum eine Minute ohne originelle Gags, die manch einem Zuschauer zwar etwas zu zotig sein dürften, aber meist so clever in die Handlung integriert wurden, dass eine zahmere Gangart dem Humor nur geschadet hätte.

Eine Fortsetzung von "Ted" dürfte nicht lange auf sich warten lassen.

Ted läuft seit dem 2. August 2012 in den deutschen Kinos und wird wahrscheinlich noch vor Jahresende auf Blu-ray Disc und DVD erscheinen.

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