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Kino-Kritik: „Stromberg – Der Film“

Stromberg - Der Film

Eigentlich hat Bernd Stromberg gar keine Lust, mit seiner Abteilung zum Firmenjubiläum der Capitol in ein Landhotel zu fahren. Doch als er durch Zufall erfährt, dass das Bürogebäude seiner Schadensregulierung schon bald von einem neuen Mieter genutzt werden soll, wittert er die drohende Gefahr einer Auflösung der Abteilung. Durch den Ergeiz von Ernie inspiriert, dreht sich Stromberg um 180 Grad und will die Jubiläumsfeier dazu nutzen, sich beim Vorstand der Capitol einzuschmeicheln, um noch rechtzeitig einen neuen Job in der Zentrale zu ergattern. Also mietet Stromberg kurzerhand einen Bus und die Reise, die Strombergs Leben eine ganz neue Richtung geben soll, geht los…

„Stromberg“ ist zwar eigentlich nur eine Serien-Kopie von „The Office“, übertrifft das englische Original aber seit Jahren durch viel mehr Boshaftigkeit und Witz. Christoph Maria Herbst macht aus dieser Figur ein Büro-Ekel voller Zynismus, dem es gelingt, sich laufend um Kopf und Kragen zu reden, um meist noch in letzter Sekunde seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Dabei offenbaren Strombergs immer wiederkehrende Blicke in die Kamera, dass mit dem lauten Getöse des „Papas“ auch viel Unsicherheit übertönt wird.

„Stromberg“ bleibt im Kino dem gewohnten Serien-Konzept treu. Der Film bietet auch keine wesentlich größere Story oder mehr Dramatik, sondern lässt Stromberg vor allem wieder von einem Fettnäppchen ins nächste tappen. Und auch die graue Optik der Serie ist auf der Leinwand bis auf wenige Momente weiterhin präsent. Statt dem öden Büro sind der Bus und das von der Capitol angemietete Hotel die wesentlichen Handlungsorte des Films. Der Tapetenwechsel tut gut und wird dafür genutzt, noch einige weitere neue Figuren ins Spiel zu bringen. Ebenso gibt es aber auch ein Wiedersehen mit aus der Serie ausgeschiedenen Bekannten wie Herrn Turçulu und Frau Berkel, denen Stromberg zwar nichts vormachen kann, die aber dennoch durch seinen Einfallsreichtum wieder einmal überrumpelt werden.

„Stromberg – Der Film“ wäre nicht ohne die Fans der Serie entstanden, die via Crowdfunding eine Million EUR zur Anschubfinanzierung investierten, und bietet den Fans genau den Humor, den sie bereits aus fünf TV-Staffeln kennen. Neben einer Menge Situationskomik und politisch-unkorrekten Witzeleien ist auch wieder viel Fremdschämen mit dabei – aber Stromberg bleibt vor allem wieder unberechenbar. Mal ist er wieder bereit, alle über die Klippe zu schieben, nur um sich selbst zu retten, dann zeigt er aber auch wieder Größe, die alle überrascht. Während in der ersten Hälfte der Film nicht viel anders wirkt als mehrere Serien-Episoden hintereinander, spitzt sich die Handlung dann zum Ende immer mehr zu und nimmt eine unerwartete Wende, die dafür sorgt, dass dieser Film doch noch etwas wirklich Besonderes bietet. Und auch nach dem Ende ist nicht sofort Schluss: Im Abspann gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Witze und kurze Szenen mit einigen Serien-bekannten Gesichtern, für die im Film kein Platz für eine eigene Rolle war.

Der Erfolg von „Stromberg – Der Film“ dürfte entscheidend dafür sein, ob es mit Stromberg überhaupt noch irgendwie weiter geht. Bislang gibt es noch keine Pläne für eine sechste Staffel. Mit dem überraschenden Ende des Films werden auf jeden Fall Weichen gestellt, die ein Zurück zum gewohnten Capitol-Alltag nahezu unmöglich machen aber gleichzeitig das Tor für eine neue Serie mit ganz anderem Konzept öffnen könnten.

„Stromberg – Der Film“ läuft seit dem 20.02.2014 in den deutschen Kinos erscheint laut amazon.de voraussichtlich am 12.09.2014 auf Blu-ray Disc und DVD.

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