News

Kino-Kritik: „Pacific Rim“ – Monsters vs. Robots im Neon-Look

Die ausserirdische Invasion kommt in nicht allzu ferner Zukunft – und zwar nicht von den fernen Sternen sondern aus den Tiefen des Pazifiks: Die „Kaiju“-Riesenmonster zwingen die Menschheit zu einem jahrelangen Kampf, bei dem vor allem die „Jaeger“-Riesenroboter als Waffe eingesetzt werden. Diese werden von zwei Piloten gesteuert, deren Gehirne miteinander gekoppelt werden. Doch trotz jahrelangem Kampf sind die „Kaiju“ nicht klein zu kriegen, weswegen man hofft, durch den Bau eines riesigen Walls die Monster zumindest vom Land abhalten zu können. Doch die Kaiju lassen sich auch von den hohen Mauern nicht abschrecken. In Hong Kong werden die letzten verbleibenden Jaeger versammelt, um noch einen letzten Versuch zu starten, endgültig die Kaiju loszuwerden. Der Ex-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) trifft dort auf die bislang noch unerfahrene Rekrutin Mako Mori (Rinko Kikuchi) mit der zusammen er im Jaeger „Gipsy Danger“ in den Kampf ziehen will…

„Pacific Rim“ ist ein typischer Sommer-Blockbuster mit viel Action und nicht ganz so viel Spannung. Die Story ist verglichen mit anderen Filmen von Guillermo del Toro nicht sonderlich phantasievoll und sehr viel Zeit geht für Heldenposerei und rührselige Vergangenheitsbewältigung der beiden Hauptdarsteller drauf, was aber immerhin dazu genutzt wird, um etwas mehr Hintergrund zu vermitteln, da die eigentliche Geschichte über die Ankunft der Kaiju auf der Erde am Anfang nur recht grob angerissen wird. Immerhin bietet der Film neben viel Rumgehaue zwischen Jaegern und Kaiju zur Abwechslung parallel noch eine zweite Handlungsebene, in der zwei Wissenschaftler, die anfangs noch als ziemliche Trottel erscheinen, einem Geheimnis der Kaiju auf die Spur kommen.

Wem „Transformers“ und „Battleship“ noch eine Spur zu klein waren, der kommt bei „Pacific Rim“ voll auf seine Kosten. Darsteller und Dialoge sind überwiegend auf Soap-Niveau und wenn ausgerechnet B-Movie-Held Ron Perlman als zwielichtiger Kaiju-Resteverwerter zu den beeindruckendsten Figuren gehört, hat das schon einiges zu bedeuten. Aber sowohl die Jaeger als auch die Kaiju wirken einfach gigantisch und auch wenn das Gekloppe mit Logik wenig zu tun hat, bietet der Film doch einige Showwerte ohne übermäßig hektische Schnitte und versteht es durch Szenenwechsel zwischen verschiedenen Handlungsorten auch immer ganz gut, das Ganze nicht zu langatmig wirken zu lassen.

Selbst wenn man überhaupt kein gutes Haar an „Pacific Rim“ lassen kann, so muss man dennoch anerkennen, dass der Film einfach grandios aussieht. „Pacific Rim“ wurde mit „Red Epic“-Kameras in 5k-Auflösung gedreht und bietet eine beeindruckende Neon-Optik mit hohem Kontrast und viel Detail. „Pacific Rim“ spielt wechselnd bei Tag, bei Nacht sowie unter Wasser und ein sehr großer Teil des Films wird von Dunkelheit und knalligen Farben geprägt. Insbesondere die Szenen in Hong Kong lassen immer wieder Erinnerungen an Ridley Scotts „Blade Runner“ aufkommen aber auch die Fight-Szenen beeindrucken durch ihr Wechselspiel von Licht und Farben.

Obwohl sich ein 3D-Dreh aufgrund der Thematik des Films angeboten hätte, wurde „Pacific Rim“ zunächst in 2D gedreht und erst nachträglich ins 3D-Format konvertiert. Insgesamt ist das Ergebnis passabel. Der 3D-Effekt zeigt sich vor allem in der Tiefe, aber weniger in den großen Fight-Sequenzen als überwiegend in den Szenen mit den Menschen, die die Jaeger steuern. Dabei fallen leider auch häufiger Szenen auf, in denen die 3D-Ebenen nicht korrekt dargestellt werden, weswegen die Tiefenwirkung nicht immer richtig überzeugen kann. Eigentlich müsste die Empfehlung lauten, „Pacific Rim“ in einem IMAX-Kino zu sehen, weil gerade bei den Fights das Bild gar nicht groß genug sein kann. Aber dieses Erlebnis wird man in Deutschland leider nur an sehr wenigen Standorten (z.B. im Cinestar Berlin am Potsdamer Platz) präsentiert bekommen.

„Pacific Rim“ bietet einen grandiosen Mehrkanalmix mit vielen Effekten und hoher Dynamik, der aber auch ruhige Momente bietet und durch einen melodiösen aber auch immer wieder treibenden Music Score grandios unterstützt wird. Wenn „Pacific Rim“ zum Jahresende auf Blu-ray Disc erscheint, wird dies sicherlich eines der Heimkino-Highlights des Jahres werden.

„Pacific Rim“ läuft seit dem 18.07.2013 in den deutschen Kinos und wird voraussichtlich noch vor Jahresende auf Blu-ray Disc & DVD veröffentlicht.

|

Weitere News
  ZURÜCK