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Kino-Kritik: „Monuments Men – Ungewöhnliche Helden“

Monuments Men

„Monuments Men“ entstand auf Grundlage der Erzählungen von Robert M. Edsel der in einer Sondereinheit kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs damit beauftragt wurde, dafür zu sorgen, dass beim alliierten Vormarsch in Richtung Deutschland keine Kunstobjekte zerstört werden.

Die kleine Truppe im Film ist zunächst auf sich alleine gestellt, da sie keine besondere Unterstützung der kämpfenden Truppe erhält, deren Kommandeure nicht bereit sind, das Leben ihrer Soldaten zu riskieren um z.B. eine Kirche vor der Zerstörung zu retten.

Die „Monuments Men“ kommen bei ihren Untersuchungen geraubten Kunstgegenständen auf die Spur, die auf Befehl von Hitler für sein geplantes Kunstmuseum in Linz aus den besetzten Ländern weggeschafft wurden. Für die Suche nach den Werken müssen sich die „Monuments Men“ an die vorderste Fron begeben und als Hitler in den letzten Wochen vor Kriegsende befiehlt, den Alliierten auf ihrem Vormarsch nur verbrannte Erde zu hinterlassen, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, um die geraubten Kunstobjekte vor der Zerstörung zu retten….

Während George Clooney in der Vergangenheit historisch-politische Themen in „Good Night, and Good Luck“ und „The Ides of March“ als ernste Dramen verfilmte, hat er sich bei „Monuments Men“ eher launige Kriegsfilme wie „Stoßtrupp Gold“ und „Gesprengte Ketten“ zum Vorbild genommen, um das eher trockene Thema der Kunstschützer etwas unterhaltsamer zu verpacken. Mit Bill Murray, John Goodman und Jean Dujardin sieht man daher eine ganze Reihe von Schauspielern die man vor allem aus lustigen Rollen kennt. Im „Ocean’s Eleven“-Stil heuert Frank Stokes (Clooney) die Kunstexperten an und bietet ihnen am Anfang auch erst mal die Gelegenheit, kleine Witzchen vor der Kamera zu machen. Und selbst der ernstere James Granger (Matt Damon) wird zunächst einmal von allen Franzosen in seinem ehrenwerten Versuch verspottet, sich auf Französisch statt Englisch zu unterhalten.

Leider schlägt der Film mit dem erzwungenen Humor gerade am Anfang eine ziemlich unpassende Richtung ein, statt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Denn in der ersten Hälfte vermisst man etwas den roten Faden der Handlung und vor allem Spannung. Es vergeht viel Zeit mit kleinen, eher unbedeutenden Szenen, die die Geschichte nur Stück für Stück voranbringen und erst in der zweiten Hälfte entwickelt sich langsam eine Dramatik, die den Zuschauer fesselt. Zum Schluss kämpfen die „Monuments Men“ nicht nur dafür, die Kunstobjekte vor der Zerstörung durch die Nationalsozialisten zu retten, sondern auch dafür, zu verhindern, dass die Kunstwerke von der Roten Armee in die Sowjetunion verschafft werden. Auch wenn die historische Genauigkeit dabei zugunsten der Dramatik etwas in den Hintergrund gerät, sorgt die dramatische Zuspitzung für einen fesselnden Showdown, der den Zuschauer am Ende wieder versöhnlicher stimmt.

„Monuments Men“ läuft seit dem 20.02.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im August auf Blu-ray Disc & DVD.

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