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Kino-Kritik: „Jack Ryan: Shadow Recruit“

Jack Ryan Shadow Recruit

Jack Ryan (Chris Pine) geht nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zu den Marines, wird in Afghanistan schwer verletzt und anschließend von dem Navy-Offizier William Harper (Kevin Costner) rekrutiert, um an der Wall Street nach Finanztransaktionen zu fahnden, die auf Verbindungen zu Terroristen hinweisen. Ryan kommt bei genaueren Nachforschungen in Moskau dem russischen Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh) auf die Spur, der einen Anschlag plant, um anschließend gezielt den Dollar zu schwächen und die USA in eine Wirtschaftskrise zu treiben. Die Uhr tickt und Ryan bleibt nur wenig Zeit, um herauszufinden, wie genau der Anschlag in den USA durchgeführt werden soll und das Schlimmste zu verhindern…

Die Entstehungsgeschichte von „Jack Ryan – Shadow Recruit“ gleicht einer unendlichen Odyssee und das merkt man dem mit 105 Minuten Laufzeit recht kurz geratenen Film leider an. „Shadow Recruit“ basiert lediglich auf den Figuren von Tom Clancy aber keiner Romanvorlage des „Jack Ryan“-Schöpfers und das Drehbuch wurde mehrfach von verschiedenen Autoren umgeschrieben.

So wirkt „Jack Ryan“, als ob drei kurze Filme miteinander verknüpft worden wären, die vollkommen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen.

Der Anfang ist vor allem für die Fans der früheren Jack Ryan-Filme mit Alec Baldwin und Harrison Ford gemacht. Man erlebt, wie Jack Ryan zu den Marines und dann zur CIA kommt und erhält auch Einblicke in sein Privatleben. Parallel dazu sieht man, wie der geplante Anschlag langsam vorbereitet wird und Ryan in Moskau schnell feststellen muss, dass seine Tätigkeit für die CIA kein Bürojob mehr ist.

Dieser Abschnitt des Films ist wirklich gelungen und während man sich bereits interessiert ausmalt, wie dieser Film im klassischen Stil aber mit komplett neuer Story bloß weitergehen könnte, nimmt „Jack Ryan“ dann eine jähe Wendung als Ryans Freundin Cathy (Keira Knightley) in Moskau auftaucht und der Film immer wieder in ein Beziehungsdrama abzugleiten droht, weil Ryan sich jahrelang an seinen Eid gehalten und Cathy die Tätigkeit für die CIA verheimlicht hat. Keira Knightley spielt eine größere Rolle, die wahrscheinlich vor allem Frauen ansprechen soll, und den Film zeitweise weniger spannend und dafür um so schnulziger werden lässt. Und obendrein langweilt „Shadow Recruit“ dann auch noch mit typisch klischeehaften Hacker-Szenen vor unrealistisch toll aussehenden PC-Desktops, in denen Chris Pine seine Computerkenntnisse zur Schau stellen soll.

Aber immerhin gewinnt „Jack Ryan“ dann auch wieder schnell an Tempo und ehe man sich versieht, läutet der Film dann auch schon sein ziemlich durchgeknalltes Action-Finale ein, welches vor allem für die Kids gemacht zu sein scheint, die man nur mit Action-Szenen im Transformers-Tempo in die Kinos locken kann.

Im Endeffekt führen diese drei ganz unterschiedlich gestalteten Abschnitte dazu, dass kaum jemand mit dem ganzen Film vollkommen glücklich zu stellen ist. Und der Zuschauer wird von der Handlung auch meist ziemlich unterfordert. Dabei kann Chris Pine grundsätzlich in seiner Rolle als neuer Jack Ryan überzeugen, gerade weil er nicht gleich von Beginn zum überlebensgroßen Helden aufgebaut wird, sondern noch teilweise ziemlich hilflos agiert. Auch Kevin Costner macht als väterlicher CIA-Veteran eine gute Figur. Keira Knightley hingegen erweist sich in ihrer Rolle als zickige Nervensäge und man kann nur hoffen, dass im Falle weiterer Fortsetzungen ihre Rolle in zukünftigen Jack Ryan-Abenteuern wieder etwas in den Hintergrund gestellt wird.

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ läuft seit dem 27.02.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Sommer auf Blu-ray Disc & DVD.

 

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