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Kino-Kritik: „Elysium“


In dem Science-Fiction-Thriller von „District 9“-Regisseur Neill Blomkamp geht es um den Konflikt zwischen einer Elite, die es sich im Jahr 2159 auf der Raumstation „Elysium“ bequem macht während die verbleibenden Erdbewohner sehen müssen, wie sie auf dem überbevölkerten und ausgedarbtem Planeten zurecht kommen. Die Regierung von Elysium und insbesondere die Verteidigungsministerin Jessica Delacourt (Jodie Foster) sorgen dafür, dass niemand auf der Paradies-Station gestört wird und bekämpfen alle Versuche von Erdbewohnern, Elysium zu erreichen. Max De Costa (Matt Damon) arbeitet in einer Fabrik in Los Angeles, in der Überwachungsroboter hergestellt werden und wird bei einem Arbeitsunfall einer so hohen Strahlendosis ausgesetzt, dass er nur noch fünf Tage überleben wird. Die einzige Rettung kann ihm jetzt nur noch die Flucht nach Elysium bringen, wo den Bewohnern Med-Pods zur Verfügung stehen, die jede Krankheit heilen können….

Im wieder von viel zu vielen Fortsetzungen und auf Bombast getrimmten Action-Spektakeln dominierten Kino-Sommer 2013 bietet „Elysium“ zur Abwechslung etwas frischen Wind und eine düstere Zukunftsvision mit einigen hintergründigen Ideen.

Wie bereits in „District 9“ inszeniert Neill Blomkamp seinen ersten großen Hollywood-Film vor einer Science Fiction-Kulisse, die trotz futuristischer Elemente nicht übermäßig utopisch wirkt. Die Story bietet genügend Abwechslung, um den Zuschauer trotz kleinerer Längen bis zum Schluss spannend zu unterhalten und „Elysium“ ist mit seinem Mix aus Drama, Action und einem Hauch von Romanze so gemacht, dass dieser Film auch für ein größeres Publikum interessant sein dürfte.

Gerade zum Ende zeigt der „Elysium“ eine Menge harter Action, die vor allem aus vielen Fights mit Fäusten und Waffen besteht und nicht ganz so ermüdend wirkt wie die typische Nonstop-Action der kinderfreundlicheren Action-Blockbuster. „Elysium“ ist für ein erwachseneres Publikum gemacht und bietet mit seinem Wechsel zwischen den staubigen Erdlandschaften und der klinisch perfekten Kulisse der Raumstation „Elysium“ auch visuell eine Menge Abwechslung. Vor allem die vielen Szenen mit startenden und landenden Fluggeräten jeglicher Art werden im breiten Cinemascope-Format ansprechend präsentiert.

Die Darsteller wirken – sieht man von den typischen Gut/Böse-Klischees einmal ab – sowohl in den großen als auch kleinen Rollen meist recht überzeugend und auch wenn eigentlich Matt Damon im Mittelpunkt steht so stiehlt ihm doch „District 9“-Hauptdarsteller Sharlto Copley als fieser Kopfgeldjäger Kruger oft die Show.

„Elysium“ ist zwar nicht ganz so ausgefeilt wie z.B. Christopher Nolans „Inception“, sondern nach einem sehr klassischen Muster konzipiert. Und leider präsentiert „Elysium“ nur recht wenig Hintergründiges über die Raumstation, deren Bewohner man kaum zu Gesicht bekommt, sondern konzentriert sich vor allem auf die Machtspielchen der gnadenlosen Verteidigungsministerin. So ist „Elysium“ doch primär ein Unterhaltungsfilm, bei dem auch nicht alles wirklich Sinn macht. Dennoch lohnt es sich auf jeden Fall, diesen Film mehr als nur einmal zu sehen.

„Elysium“ läuft seit dem 15.08.2013 in den deutschen Kinos und wird voraussichtlich um den Jahreswechsel 2013/2014 auf Blu-ray Disc und DVD erscheinen.

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