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Kino 2013: Die größten Überraschungen & Enttäuschungen des Jahres

Die größten Kino-Überraschungen 2013

Gravity

Gravity

Wenn man über einen Film aus diesem Jahr noch in Jahrzehnten sprechen wird, dann dürfte dies vor allem „Gravity“ sein. Alfonso Cuaróns Geschichte über zwei Astronauten, die im Weltall gestrandet sind, ist zwar nicht ganz so spannend, wie man es angesichts des Szenarios vermuten würde, bietet dafür aber eine grandiose 3D-Optik mit teils fast schwindelerregenden Bildern im Cinemascope-Format, die man in diesem Umfang bislang noch nicht im Kino erleben konnte.

Captain Philips

Captain Philips

Erwarten konnte man von der Geschichte über die Entführung des US Containerschiffs Mearsk Alabama ein interessantes Drama mit vielen rührseligen Blicken von Tom Hanks. Doch „Bourne“-Regisseur Paul Greengrass schuf hier einen knallharten Action-Thriller, der spannende Unterhaltung und Tiefgang hervorragend miteinander verbindet. Auch wenn sich die Filmemacher eventuell zu einseitig auf die Schilderungen des nicht unumstrittenen Kapitäns Richard Phillips als Basis für den Film verlassen haben, ist „Captain Philips“ dennoch ein Musterbeispiel dafür, wie sich auch ernste Themen interessant für die Kamera inszenieren lassen.

RUSH – Alles für den Sieg

Captain Philips

Ron Howard erzählt die Geschichte der beiden Renn-Rivalen Niki Lauda und James Junt so spannend, dass man keineswegs Fan des Formel 1-Zirkus sein muss, um diesen Film zu mögen. Denn „RUSH“ spielt zum Großteil hinter den Kulissen der Rennstrecke. Daniel Brühl und Chris Hemsworth spielen diese beiden vollkommen unterschiedlichen Fahrer so brillant, dass dieser Film auch bei den Oscars gute Chancen haben dürfte.

Parker

Kaum ein Jahr vergeht ohne mindestens einen neuen Action-Reißer mit Jason Statham. Taylor Hackford gelingt es in „Parker“, die gewohnte Statham-Routine durch viel Florida-Flair noch zu verfeinern und Jennifer Lopez ist in dieser Roman-Verfilmung gleichzeitig in ihrer besten Rolle seit „Out of Sight“ zu sehen.

Die größten Kino-Enttäuschungen 2013

The Counselor

Ein Anwalt holt einen Motorrad-Fahrer aus dem Gefängnis, der als Kurier für die Drogenmafia aktiv ist. Nur kurz danach ist der Fahrer tot und eine tonnenschwere Drogenladung verschwunden. Und die Mafia macht erbarmungslos Jagd auf alle, die nur irgendwie mit der Sache was zu tun haben könnten.

Das ist der potentielle Stoff für einen Gangster-Thriller der Extra-Klasse. Erst recht, wenn der Regisseur auch noch Ridley Scott heißt und um sich herum mit Michael Fassbender, Javier Bardem, Bradt Pitt und Penelope Cruz ein beachliches Darsteller-Ensemble vereinigt.

Doch weit gefehlt. Rund eine Stunde vergeht erst mit viel bedeutungsschwangerer Schwafelei, bis der Zuschauer überhaupt einmal langsam erfährt, worum es nun eigentlich gehen soll. Und dann geht es zwar teilweise richtig brutal zur Sache, doch keineswegs wird die Handlung klarer sondern bleibt fast bis zum Schluss nebelig und noch viel weiteres langatmiges Geschwafel bremst jegliche Spannung im Ansatz.

Irgendjemand hatte die Idee, den für seine Romanvorlagen von „No Country For Old Men“ und „The Road“ gefeierten Cormac McCarthy das Drehbuch für einen Thriller schreiben zu lassen. Dieser scheint aber zu sehr an der literarischen Qualität seiner oft lebensfremden Dialoge gefeilt zu haben statt auch auf Struktur und Dramaturgie zu achten, die der Handlung einen goldenen Faden geben könnten.

Im Kern steckt in „The Counselor“ durchaus das Potential für einen interessanten Thriller und man kann sich durchaus vorstellen, dass mit einigen Kürzungen, Nachdrehs und etwas dramatischeren Schnitten aus dem Film noch etwas zu machen gewesen wäre. Auch die Leistungen der Schauspieler sind nicht zu verachten, allen voran Javier Bardem als schillernde Halbwelt-Größe und Brad Pitt so lässig wie schon lange nicht mehr. Angesichts der oft im Nichts versandenden Handlungsfäden und zur Schau gestellten Belanglosigkeiten bekommt man allerdings den Eindruck, als ob die Beteiligten schon früh kapituliert hätten und froh waren, das Ganze überhaupt mit Ach und Krach zuende bringen zu können. Denn hätten die Macher zum eigenwilligen Stil ihres Films gestanden, hätten sie nicht einen Trailer produziert, der eine Dramatik und Lässigkeit vorgaukelt, die der fertige Film einfach nicht bietet.

 

Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben

Lange ist es her, dass Bruce Willis als „John McClane“ Maßstäbe für das Action-Kino setzte. Nachdem bereits der vierte Teil nur noch wenig Charme bot aber trotzdem gerade noch ansehbar war, stimmt beim fünften Teil einfach gar nichts mehr. Die hanebüchene Story ist auf RTL-Event-Movie-Niveau und weder der gelangweilt wirkende Bruce Willis noch der kotzbrockige Jai Courtney als McLane Junior geben dem Zuschauer Anlass, deren Schicksal mit Anteilnahme zu verfolgen. Viele der Action-Szenen wirken einfach nur absurd und obwohl „Stirb Langsam – Ein guter Tag zum Sterben“ selbst als „Extended Cut“ unter zwei Stunden Laufzeit bleibt, bietet der Film leider viel zu wenig spannende Unterhaltung.

 

After Earth

Visuell bietet „After Earth“ durchaus gute Show-Werte und trotz der sehr einfach gestrickten Story hätte man aus diesem Film einiges machen können. Doch nicht nur für den 15 Jahre alten Jayden Smith ist die Rolle noch eine ganze Spur zu groß. Noch mehr nervt Will Smith als bockiger Rabenvater, weil der für den Zuschauer vollkommen uninteressante Vater-Sohn-Konflikt den ganzen Film zu sehr dominiert und „After Earth“ dadurch zu wenig Zeit bekommt, eine Handlung zu entwickeln, die das utopische Science Fiction-Szenario durch Atmosphäre und Spannung mit Leben füllt.

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