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Kein HDTV von ARD und ZDF: Politikerschelte gegen Kabel Deutschland

Mit dem Versuch, die Politik im Streit um die Einspeisegebühren für die HDTV-Angebote von ARD und ZDF auf seine Seite zu ziehen, ist der Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland bislang gescheitert. Nach Kritik der Oppositionsparteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke äußerte jetzt auch ein Politiker der CDU seinen Unmut über die Forderungen der KDG nach zusätzlichen Einspeiseentgelten:

Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Schleswig-Holstein Christian von Boetticher sagte den Lübecker Nachrichten (LN): "Für mich ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, weshalb ein Kabelbetreiber Geld für eine Durchleitung verlangt, zu der andere Anbieter ohne zusätzliche Gelder in der Lage zu sein scheinen.". Noch deutlicher wurde Peter Eichstädt, der medienpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Kieler Landtag. "Ich bin verwundert. Wenn Kabel Deutschland jetzt Geld fordert, hat das den Beigeschmack einer öffentlichen Erpressung, die sich letztlich nicht gegen die Sender, sondern gegen die Gebührenzahler richtet."

Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt derweil laut LN: "Wer ARD und ZDF in HD-Qualität sehen will, muss seinen Kabel-Anschluss kündigen und auf Satellit umsteigen." Allerdings steht diese Möglichkeit nur Kunden zur Verfügung, die einen direkten Vertrag mit Kabel Deutschland abgeschlossen haben und nicht indirekt über einen Vertrag mit der Wohnungswirtschaft an die KDG gebunden sind.

Bis zum 12. Februar hat Kabel Deutschland noch Zeit, sich zu entscheiden, ob der Kabelnetzbetreiber wirklich den dauerhaften Unmut seiner Kunden auf sich ziehen möchte. Dann startet mit dem Beginn der Olympischen Winterspiele offiziell der HDTV-Regelbetrieb von ARD und ZDF. Außer Kabel Deutschland ist bislang kein Kabelnetzbetreiber bekannt, der unter Verweis auf höhere Kosten die HDTV-Einspeisung von "Das Erste HD" und "ZDF HD" verweigert. Selbst die Deutsche Telekom hat bereits die Einspeisung in ihr VDSL-Angebot "Entertain" bestätigt.

Pikant ist dabei, dass laut Beobachtungen einiger Kabel Deutschland-Kunden das HDTV-Signal angeblich sogar bereits teilweise in das KDG-Netz eingespeist werden soll und lediglich aufgrund einer Filterung seitens des Kabelnetzbetreibers nicht empfangbar wäre. Kabel Deutschland konnte dies auf Anfrage bislang weder bestätigen noch dementieren.

 

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