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Keine DVB-T2 HD-Aufnahmen mit „Freenet TV“-Modul

Freenet TV CI+ Modul

Besitzer des offiziellen CI+ Moduls für den Empfang der „Freenet TV“-Sender via DVB-T2 HD können mit diesem derzeit keine dauerhaften Aufzeichnungen der verschlüsselten Privatsender in HD machen. Zwar ist eine Aufzeichnung der Sendungen zunächst möglich. Es wird allerdings eine Timeshift-Kennung ausgestrahlt, die dafür sorgt, dass die Aufnahmen maximal 90 Minuten nach der ursprünglichen Aufzeichnung wiedergegeben werden können. Startet man die Wiedergabe nach Ablauf des Timeshift-Zeitfensters, so wird die Wiedergabe verweigert. Damit haben Freenet-Nutzer, die die Sender z.B. mit ihrem TV-Gerät aufzeichnen wollen, derzeit keine Aufnahme-Möglichkeit für die privaten HDTV-Programme.

Mit dieser restriktiven Einschränkung folgt Freenet TV den Vorgaben der RTL-Gruppe, die ein RTL-Sprecher vor einigen Wochen folgendermaßen begründete:

„Werbung muss auch bei einer zeitversetzten Nutzung durch „Persönliche Videorecorder“ (PVR) messbar und vermarktbar bleiben. Daher stellen wir sicher, dass Werbung gerade auch bei neuen Angeboten nicht umgangen werden kann.

Unsere HD-Programme werden verschlüsselt ausgestrahlt, und wir unterstützen zur Entschlüsselung unserer HD-Programme nur technische Lösungen von Netzbetreibern, die sicherstellen, dass der umfassende Schutz unserer Signale und unseres Geschäftsmodells gewährleistet ist. Dieser Schutz kann bei freenet TV mithilfe von Set-Top-Boxen mit integriertem Entschlüsselungssystem oder CI+-Lösungen erfolgen. Für Set-Top-Boxen mit integriertem Entschlüsselungssystem für freenet TV gilt: Die Aufzeichnung (auch Timeshift) der Programme ist gestattet, wird aber individuell verschlüsselt, kann nicht vervielfältigt werden und Sprung- sowie Vorspulfunktionen sind deaktiviert.

Für TV-Geräte und Set-Top-Boxen mit freenet TV CI+ Modulen gilt: Eine Aufzeichnung der Programme ist grundsätzlich deaktiviert. Eine Timeshift-Aufzeichnung mit einer maximalen Aufzeichnungsgültigkeit von 90 Minuten ist gestattet. Nach Beenden der Pause-Funktion sowie beim Senderwechsel wird die hergestellte Aufzeichnung automatisch gelöscht.“

Ausser RTL ist allerdings kein weiterer Sender bekannt, der diese restriktiven Einschränkungen fordert und ProSiebenSat.1 hat bereits mehrfach klargestellt, dass man keine Aufnahme-Einschränkungen dieser Art wünscht.

Freenet TV scheint derzeit allerdings nicht in der Lage zu sein, die Aufnahmerestriktionen nur für einzelne Sender zu aktiveren, verspricht aber laut Angaben eines Sprechers von Media Broadcast, eine Lösung für das Problem zu finden:

Vertragliche Vorgaben der Programmveranstalter in Verbindung mit den technischen Features des CI+ TV Moduls lassen eine dauerhafte Aufzeichnung von privaten HD-Programmen, ähnlich wie bei anderen Verbreitungsplattformen, nicht zu. Aufnahmen des laufenden Programmes mit der Timeshift-Funktion sind für max. 90 Minuten möglich, beim Abspielen dieser Aufnahmen ist auch das Vorspulen möglich. Wir arbeiten derzeit an einer technischen Lösung, die per Softwareupdate auch Aufnahmen über das CI+ Modul für Programme ermöglicht, die dies unterstützen wollen. Das Update ist voraussichtlich in Q3 dieses Jahres verfügbar.

Wieso Freenet TV nicht bereits vor dem offiziellen DVB-T2 HD-Start in diesem Frühjahr das Problem behoben hat, ist nicht bekannt. Denn bereits in der Einführungsphase von DVB-T2 HD ab Ende Mai 2016 waren mit dem offiziellen „Freenet TV“-Modul die gleichen Aufnahmeeinschränkungen vorhanden. Ein Sprecher von Media Broadcast versprach aber: „Zum kommerziellen Start von DVB-T2 HD und freenet TV wird selbstverständlich der volle Nutzungsumfang entsprechend den marktüblichen Parametern zur Verfügung stehen“.

Die Aufnahme-Einschränkung betrifft nicht die unverschlüsselten Programme wie „QVC HD“, „HSE 24 HD“ oder „Bibel TV HD“, die über die Freenet TV-Frequenzen mit ausgestrahlt werden und auch nicht die Öffentlich-Rechtlichen HD-Sender.

Als Alternative zum Freenet TV CI+ Modul bleibt für Zuschauer momentan nur der Kauf eines externen DVB-T2 HD-Receivers mit integriertem Irdeto-Verschlüsselungs-System. Solche Geräte sind im Handel bereits zu Preisen ab ca. 60 EUR erhältlich und somit sogar teilweise günstiger als das Freenet TV-Modul für ca. 80 EUR. Während das Modul auch in verschiedenen TV-Geräten eingesetzt werden kann, verfügen die zertifizierten Receiver über eine Gerätekennung zur Freischaltung der Programme, so dass nur mit dem Receiver selbst an anderen TV-Geräten der Empfang möglich ist.

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