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Kartellamt: Kabel Deutschland darf Tele Columbus nicht übernehmen

Das Bundeskartellamt hat dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland bei der angestrebten Tele Columbus-Übernahme die rote Karte gezeigt: Die angebotenen Netzveräußerungen seien nicht ausreichend, die wettbewerbsrechtlichen Bedenken auszuräumen, teilte KD am 18. Februar mit. Kabel Deutschland hatte die Veräußerung von Tele Columbus-Netzen in Berlin, Dresden und Cottbus angeboten. Das Bundeskartellamt fordere demgegenüber, dass Kabel Deutschland fast 60 Prozent der zu erwerbenden Netze in Ostdeutschland veräußert – doppelt so viel wie von Kabel Deutschland für den Fall der Genehmigung zugesagt. „Wir bedauern, dass das Bundeskartellamt trotz unserer umfangreichen Zusagen, mit denen wir bis an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen sind, an seinen Bedenken festhält. Die Transaktion hätte große Vorteile für Infrastrukturwettbewerb und Verbraucher mit sich gebracht“, meinte Kabel Deutschland-Chef Adrian von Hammerstein. Mit dem geplanten Zusammenschluss hätte Kabel Deutschland in den neuen Bundesländern über 900.000 Haushalten erstmalig Hochgeschwindigkeits-Internet über das Fernsehkabel anbieten und damit die Breitband-Infrastruktur im Osten Deutschlands stärken können. Außerdem wäre der Kabelnetzbetreiber in Nordrhein-Westfalen und Hessen in den Wettbewerb zu Unitymedia Kabel BW eingetreten.

Kabel Deutschland werde auch ohne den geplanten Zusammenschluss weiter dynamisch wachsen: „Wir sind auf diese Transaktion nicht angewiesen, denn wir haben mit unserer leistungsfähigen Infrastruktur und unseren attraktiven Internet- und Fernsehprodukten über Jahre hinaus großes organisches Wachstumspotenzial. Dieses Potenzial werden wir konsequent erschließen“, sagte von Hammerstein.

„Wir bedauern, dass die Bedenken des Bundeskartellamts offenbar nicht ausgeräumt werden konnten“, sagte Tele Columbus-Chef Ronny Verhelst. „Ein Zusammenschluss unserer beiden Unternehmen würde den raschen weiteren Ausbau von Kabelangeboten als leistungsstärkste Multimedia-Plattform im deutschen Markt auch im Interesse der Kunden erleichtern.“ Für den Fall einer Untersagung sei Tele Columbus aber ebenso gut für die eigenständige Fortführung seiner Unternehmensaktivitäten eingerichtet: „Gerade das mit Rekordwachstum abgeschlossene Geschäftsjahr 2012 zeigt, welches Entwicklungspotenzial im Multimediamarkt für Tele Columbus als integrierten Anbieter von Kabel-TV- und Telekommunikations-Diensten steckt“, so Verhelst. „Neben dem kontinuierlichen Ausbau des operativen Geschäfts gehen wir aber weiterhin davon aus, dass mittelfristig auch auf Gesellschaftsebene zusätzliches Potenzial besteht, um die strategischen Chancen unseres Marktes noch besser wahrnehmen zu können.

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Infosat.

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