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Kabel-Einspeisung der neuen HDTV-Sender von ARD und ZDF weiterhin unsicher

Nur eins ist sicher für Kabelkunden in Deutschland: Auch nach der Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens werden Sie weiterhin TV-Bilder in der gewohnt-schlechten analogen Qualität zu sehen bekommen. Denn in den meisten Kabelnetzen wird es weiterhin ein analoges Basis-TV-Angebot geben. Ob die Kunden für die monatlichen Entgelte, die sie an ihren Kabelnetzbetreiber zahlen aber ebenso wie Satellitenhaushalte auch das am 30. April startende erweiterte HDTV-Angebot von ARD und ZDF zu sehen bekommen werden ist hingegen immer noch offen.

Von den drei großen Kabelnetzbetreibern Kabel Deutschland, Unitymedia und der bald zu Unitymedia gehörenden Kabel BW gibt es bislang keine Bestätigung der HDTV-Einspeisung der neuen Sender zum 30. April 2011. Auf Anfrage bei den Netzbetreibern wurden auch keine Angeben dazu gemacht, wann mit dem erweiterten HDTV-Angebot zu rechnen sei. Die ARD wollte sich ebenso nicht dazu äußern, in welchen Netzen das HDTV-Angebot zu sehen sein wird und verweist die Kabelkunden auch auf ihrer offiziellen Info-Seite im Internet an den jeweiligen Kabelnetzbetreiber:

"Die ARD bietet den Kabelnetzbetreibern neben Das Erste HD und ARTE HD auch die neu aufgeschalteten HD-Programme zur Weitersendung im Kabel an. In welchem Umfang die bundesdeutschen Kabelnetzbetreiber von der Möglichkeit zur Weitersendung der HD-Programme Gebrauch machen, entscheiden die Netzbetreiber individuell. Ob die Programme in Ihrem Kabelnetz angeboten werden, erfragen Sie daher bitte direkt bei Ihrem Kabelnetzbetreiber."

Hintergrund des Konflikts dürfte der von ARD und ZDF angekündigte Stopp der Zahlung von Entgelten für die Kabeleinspeisung sein. Zuletzt wurden dafür an die großen Kabelnetzbetreiber rund 59 Millionen EUR im Jahr gezahlt – nicht jedoch an die kleineren lokalen Netzbetreiber. Zwar wird von den Kabelnetzbetreibern gerne kritisiert, dass doch für die Verbreitung via Satellit und DVB-T ebenfalls Zahlungen an die Sendebetreiber erfolgen. Der Unterschied ist allerdings, dass die Kabelnetzbetreiber auch von den Kabelkunden Geld kassieren. Nachdem heute bekannt wurde, dass RTL für die Einspeisung seiner neuen HD-Sender vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia in NRW und Hessen sogar Geld erhalten soll ist auch kaum zu erwarten, dass die Öffentlich-Rechtlichen Sender nachgeben. Und bereits bei der Einspeisung von "Das Erste HD" und "ZDF HD" konnten sich die Öffentlich-Rechtlichen Sender gegenüber den Kabelnetzbetreibern durchsetzen ohne zusätzliche Entgelte zu zahlen.

Indes haben sowohl die IPTV-Anbieter Telekom (Entertain) und Vodafone bereits bestätigt, dass sie ihren Kunden die neuen HDTV-Sender anbieten werden. Auch einige kleinere Kabelnetzbetreiber wie z.B. Wilhelm Tel aus der Region Hamburg haben die Einspeisung der neuen HDTV-Sender bereits bestätigt. Auch sie wehren sich allerdings und wollen mit einer Musterklage klären, ob die bisherigen Zahlungen der Sender ausschließlich an die großen Netzbetreiber rechtens sind.

Als Alternative zum Kabel bietet sich – eine freie Sicht in Richtung Südosten vorausgesetzt – natürlich der Satellitenempfang an. Das ist aufgrund immer besser werdender Technik einfacher denn je. Denn die mit hoher Sendeleistung arbeitenden Astra-Satelliten lassen sich problemlos mit kompakten Antennen von weniger als 40 cm Durchmesser empfangen, die ganz ohne Bohren unauffällig auf einem Balkon platziert werden können. Und bei der Suche nach dem richtigen Satelliten helfen Apps für iOS & Android weiter, die mittels "Augmented Reality" auf dem Display direkt anzeigen, in welche Richtung die Antenne für den Empfang ausgerichtet werden muss.

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