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IFA: VPRT fordert Digital-TV-Subventionierung

Der "Verband Privater Rundfunk und Telemedien" fordert in Deutschland eine staatliche Förderung für den Umstieg auf digitales Fernsehen. Der Lobbyverband der privaten TV- und Rundfunksender setzt sich im Rahmen der IFA dafür ein, dass "die Ausstattung der Haushalte mit zukunftsfähigem, digitalem Empfangsequipment sowie der Umstieg der noch analogen auf die digitale Rundfunkübertragung" auch finanziell unterstützt werden sollte und sieht durch den Wechsel auf das digitale Fernsehen auf die Sender höhere Kosten zukommen:

"Die Vielzahl neuer Übertragungsformen und sich permanent weiterentwickelnde Endgeräte stellten die privaten Fernsehveranstalter vor die große Herausforderung, ihre Angebote möglichst für alle unterschiedlichen Plattformen und Endgeräte aufzubereiten. Dies sei mit hohen zusätzlichen Kosten verbunden, die die Sender aus dem Markt refinanzieren müssten. Gerade in Krisenzeiten und mit der Last der besonders restriktiven Rundfunkregulierung sei dieser zusätzliche Kostenblock nur schwer zu tragen".

Nach Vorstellung des VPRT könnten Mittel aus dem Konjunkturprogramm ebenso eingesetzt werden, wie die im Rahmen der Versteigerung der Rundfunkfrequenzen zu erwartenden Erlöse. Kritisiert wird, dass der Staat "mit hohem Finanzeinsatz die Breitbandversorgung fördere, die Digitalisierung des Rundfunks mit den Chancen und Herausforderungen jedoch kaum zur Kenntnis nehme". Stattdessen sei es Zeit, dass die Digitalisierung von der Politik endlich als insgesamt volkwirtschaftlich wichtiger Konjunkturtreiber verstanden werde.

Die Subventionierung von Empfängern für das digitale Fernsehen ist nicht ungewöhnlich. Digital-Receiver wurden selbst in den USA staatlich gefördert. Digitales Fernsehen ist allerdings bereits in Deutschland seit mehr als zehn Jahren Realität und praktisch alle deutschen TV-Sender werden bereits digital verbreitet.

Kosten entstehen jetzt in erster Linie durch die Einführung von HDTV. Und hier sorgen ausgerechnet die privaten TV-Sender mit ihren Verschlüsselungsplänen (HD+) dafür, dass der Verbraucher nicht direkt beliebige HDTV-Empfänger verwenden kann, die bereits seit 2006 im Handel erhältlich sind, sondern zusätzliche Kosten durch die Anschaffung von für HD+ geeigneten Receivern oder "Legacy"-Modulen enstehen, von der geplanten monatlichen Pauschale für den Empfang von HD+ ganz zu schweigen.

Und wenn der VPRT kritisiert, dass es dem Verbraucher nicht zuzumuten sei, "sich ohne begleitende Informationen – beispielsweise über Art, Umfang und Empfangsbedingungen des neuen ASTRA-Angebotes "HD+", über das demnächst u. a. RTL, VOX, ProSieben und SAT.1 in HD-Qualität zu sehen sein werden, oder das HDTV-Angebot von Sky im Dickicht aus Technologien und Standards zurechtzufinden", so ist auch dieses Problem hausgemacht, denn erst HD+ hat die bereits seit langer Zeit feststehenden Pläne zur Einführung von HDTV in Deutschland, auf die sich bislang sowohl Verbraucher als auch Hersteller mit transparenten Rahmenbedinungen einstellen konnten, so richtig durcheinander gebracht.

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