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HDTV: Kabel Deutschland beginnt mit Einspeisung von „Das Erste HD“ & „ZDF HD“

Kabel Deutschland hat nach der Einigung mit ARD und ZDF am 28. Januar inzwischen bereits damit begonnen, die HDTV-Programme "Das Erste HD" und "ZDF HD" in einzelne seiner Kabelnetze einzuspeisen. Nach einem Sendersuchlauf im Kabelnetz Bayreuth fanden wir die beiden Programme auf der Frequenz 618 MHz. Außerdem wird auch "arte HD" eingespeist. Wo genau die HDTV-Programme bereits eingespeist werden, lässt sich aufgrund der dezentralen Struktur des KDG-Netzes nicht sagen. Wie alle öffentlich-rechtlichen Sender sind auch die drei HDTV-Programme unverschlüsselt und lassen sich somit mit jedem HDTV-tauglichen DVB-C-Receiver empfangen.Während "arte HD" bereits auf Sendung ist, starten "Das Erste HD" und "ZDF HD" offiziell erst am 12. Februar zum Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver mit ihrem Regelbetrieb in HDTV. Derzeit ist auf den beiden Kanälen nur eine Demoschleife in HDTV zu sehen.

Flächendeckend werden die HDTV-Sender allerdings zunächst nicht empfangbar sein. Kabel Deutschland kann zunächst nur in seinen ausgebauten Kabelnetzen den Empfang garantieren. Laut KDG soll das für rund 80 Prozent der Kabelnetze der Fall sein. Zur Orientierung: HDTV soll auf jeden Fall in den Netzen empfangbar sein, in denen Kabel Deutschland auch neben dem TV-Angebot seinen Kabel-Internet-Zugang anbietet.

Der HDTV-Einspeisung vorausgegangen war ein wochenlanger Konflikt zwischen den Sendern und Kabel Deutschland über die Höhe der Kosten der Einspeisung im Netz des größten deutschen Kabelnetzbetreibers. Während die Öffentlich-Rechtlichen Sender darauf bestanden hatten, dass ihre HDTV-Programme ohne zusätzliche Kosten ins Kabel eingespeist werden sollen, machte Kabel Deutschland höhere Kosten für die zusätzliche Bandbreite geltend die von den Sendern zu zahlen sei.

Letztendlich konnten sich die Sender mit ihrer Forderung nach einer Einspeisung ohne zusätzliche Kosten durchsetzen: "Aufgrund der von Kabel Deutschland im Hinblick auf HDTV implementierten Preisstruktur haben sich die Verbreitungskosten für die Programmveranstalter nicht erhöht" wurde die Einigung von Kabel Deutschland verkündet.

Während die ARD sogar zuletzt gänzlich die Zahlung von Kabel-Einspeiseentgelten in Frage gestellt hatte, suchte Kabel Deutschland für seine Position Unterstützung bei der Poltik, die aber auf keinen Anklang stieß. Die Einigung zwischen den Sendern und Kabel Deutschland wurde hingegen z.B. von der Union in Berlin begrüßt:

Wolfgang Börsen, der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erklärte, dass die Einspeisung der HDTV-Programme "überfällig" gewesen und somit jetzt HDTV auf nahezu allen Übertragungswegen außer DVB-T empfangbar sei. Auf Anfrage teilte der Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein mit:

"Da, wo eine monopolähnliche Situation gegeben ist – viele Kabelkunden haben zu Kabel Deutschland keine Alternative-, ist eine besondere Sensibilität im Umgang mit Marktmacht erforderlich. Die KDG hat diese im Interesse ihrer neun Millionen Kundenhaushalte nun bewiesen. Nicht wenige hatten sich bereits die entsprechenden HD-tauglichen Geräte angeschafft.

Zu begrüßen ist, dass diese Einigung ohne einen regulierenden Eingriff der Politik gelungen ist. Verabredungen auf freiwilliger Basis zwischen den Beteiligten sind immer zu bevorzugen"

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