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HDR: Neue Details zu „Dolby Vision“ auf Ultra HD Blu-ray

Dolby hat in Japan einige Details zum Einsatz von Dolby Vision auf Ultra HD Blu-ray verraten. Über eine Präsentation von Dolby berichtet jetzt das japanische AV Watch-Magazin. Im Vergleich zum offenen HDR10-Standard, der bereits jetzt auf Ultra HD Blu-ray zum Einsatz kommt, will Dolby mit seinem linzenzpflichtigen Verfahren die „High Dynamic Range“-Darstellung noch weiter optimieren.

HDR10 bietet eine maximale Helligkeit von 1000 nits (cd/m2) und eine Farbauflösung von 10 Bit. Dolby Vision ist für bis zu 10000 nits spezifiziert und ermöglicht auch eine 12 Bit-Farbauflösung. Zudem sollen dynamische Metadaten eine laufende Anpassung der Bildparameter im Display ermöglichen.

Zur Übertragung von Dolby Vision-HDR ist ein recht hoher Aufwand erforderlich. Denn zur Darstellung müssen zwei Video-Signale verarbeitet werden, die Dolby als „Layer“ bezeichnet. Der „Base Layer“ ist das Standard-Signal für Geräte ohne Dolby Vision. Die zusätzlichen Dolby Vision-Informationen werden in einem „Enhancement Layer“ mit geringerer Kapazität übertragen. Bei einer Ultra HD-Darstellung mit 60 Frames sind voraussichtlich zwei separate HEVC-Decoder erforderlich. Bei Ultra HD mit 24 Frames, wie es bei Kino-Filmen üblich ist, wird aber auch die Möglichkeit der Single Chip-Signalverarbeitung durch Zeiteinteilung in Erwägung gezogen.

Laut Dolby wird Dolby Vision von den großen System Chip-Produzenten wie Sigma, Mediatek und Realtek unterstützt. Bislang bieten aber nur wenige TV-Anbieter Fernseher mit Dolby Vision an. In Europa werden Dolby Vision-Fernseher von LG und TCL verkauft.

Derzeit ist noch nicht absehbar, ob in Zukunft noch weitere TV-Hersteller hinzukommen solange die HDR-Displays ohnehin nur maximale Helligkeitswerte von 1000-2000 nits erreichen und noch offen ist, ob Dolby Vision auch in der Praxis wirklich deutlich sichtbare Vorteile gegenüber HDR10 bietet. Bislang hat auch noch kein Hersteller einen Ultra HD Blu-ray-Player mit Dolby Vision-Unterstützung angekündigt. Gerade deswegen soll es wohl bereits bei LG Überlegungen geben, einen eigenen Dolby Vision-tauglichen Ultra HD Blu-ray-Player mit Dolby Vision zu entwickeln.

In Hollywood haben grundsätzlich bereits Warner, Universal, Sony und MGM eine Unterstützung für „Dolby Vision“ bekundet. Allerdings gibt es von keinem Studio bislang eine Ankündigung konkreter Ultra HD Blu-ray-Veröffentlichungen mit Dolby Vision-HDR. Erste Inhalte werden zunächst von Streaming-Diensten kommen. So hat Netflix z.B. die erste Staffel von „Marco Polo“ mit Dolby Vision-HDR produziert.

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