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Filmkritik: „X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“

In einer nicht allzu fernen Zukunft des Jahres 2023 haben die sogenannten „Sentinels“ die Menschheit nahezu vollständig vernichtet. Auch die Mutanten sind gegen die Roboterwesen machtlos. Denn die Sentinels sind in der Lage, die Fähigkeiten der Mutanten anzunehmen. Xavier und Magneto greifen zu ihrem letzten Mittel: Sie schicken Wolverine zurück in die Vergangenheit, um zu verhindern, dass die Sentinels überhaupt gebaut werden. Doch für seine zukünftigen Verbündeten im Jahr 1973 ist Wolverine zunächst nur ein Nobody, der diese erst einmal davon überzeugen muss, was wirklich auf dem Spiel steht….

„X-Men: Die Zukunft ist Vergangenheit“ ist der fünfte Film der X-Men-Reihe (die „Wolverine“-Spin-Offs nicht mitgezählt) und knüpft an die alternative Geschichtsschreibung an, die bereits in „X-Men: Erste Entscheidung“ betrieben wurde. So werden u.a. der Vietnam-Krieg und die beiden US-Präsidenten John F. Kennedy und Richard Nixon thematisiert. Die Handlung findet auf zwei verschiedenen Zeitebenen statt, die sich recht gut auseinanderhalten lassen. Der Großteil des Films spielt ohnehin im Jahr 1973 und wird in diesen Szenen auch optisch durch eine etwas ausgewaschene und teilweise unscharfe Optik gekennzeichnet. Die etwas düster angelegte Geschichte ist interessant, bietet einige Wendungen und auch immer wieder eine Prise trockenen Humor. Ab und zu verliert der Film zwar etwas an Tempo, wird aber nie langweilig, weil in Anbetracht der vielen wechselnden Orte und Figuren ständig Abwechslung geboten wird. Neben vielen bekannten X-Men-Figuren auf den zwei Zeitebenen gibt es auch ein paar neue „Mutanten“ zu sehen, die gelungen in die Geschichte eingeführt werden. Hugh Jackman als Wolverine steht zwar nicht ständig im Mittelpunkt, ist aber neben Xavier eine der wichtigsten Figuren des Films. Die Darsteller harmonieren hervorragend miteinander. Jeder der X-Men bekommt Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu zeigen, aber ganz ohne eitle Selbstdarstellung sondern stets im Kontext des gesamten Teams. Grandios ist auch „Game of Thrones“-Star Peter Dinklage als „Sentinel“-Entwickler Bolivar Trask. Die wohldosierten Action-Szenen sind durch den ganzen Film verteilt und meist sehr gut mit der Handlung verknüpft. Bis auf die etwas umfangreichere Schluss-Sequenz sind die Action-Szenen auch nicht allzu lang geraten und wirken auch ohne übertriebenen Bombast immer wieder recht pfiffig. Für einen Blockbuster sind die Dialoge recht umfangreich und trotz der FSK 12-Freigabe dürfte der Film vor allem bei einem deutlich erwachseneren Publikum Anklang finden. Ein kleiner Schwachpunkt ist die 2023er-Handlungsebene, die nicht allzu viel zum Film beiträgt. Aber immerhin gelingt so nebenbei durch die Zeitschleife der Kniff, alles noch einmal auf den Anfang zurückzuführen, was Neuinterpretationen für kommende X-Men-Filme einfacher macht.

„X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“ läuft seit dem 22.05.2014 in den deutschen Kinos und ist seit Oktober auch auf Blu-ray Disc & DVD erhältlich.

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