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Filmkritik: „Transformers: Ära des Untergangs“

„Transformers: Ära des Untergangs“ ist der vierte Teil von Michael Bays Mega-Blockbuster-Reihe und der erste „Transformers“-Film ohne Shia LaBeouf. Dessen Part übernimmt jetzt Mark Wahlberg in der Rolle des erfolglosen Erfinders Cade Yeager, der fünf Jahre nach der „Schlacht von Chicago“ einen alten Truck erwirbt, der sich als Optimus Prime entpuppt und von Yeager auf seiner Farm wieder auf Vordermann gebracht wird. Da die CIA Jagd auf die letzten verbleibenden Transformer macht, rückt schon nach kurzer Zeit eine Elite-Einheit an, die Yeager und Optimus Prime zur Flucht zwingt. Zusammen mit den verbleibenden Autobots kommen Sie einem geheimen Forschungsprojekt des Unternehmers Joshua Joyce (Stanley Tucci) auf die Spur, der in seiner Firma KSI eine eigene Transformers-Armee erschaffen will…

Größer, schneller, lauter. Diesem Evolutionsprinzip bleibt Michael Bay auch im vierten Teil seiner Transformers-Reihe treu. Den Großteil der 165 Minuten besteht der Film aus wilden Roboterschlachten, die mit viel Detail den ganzen Bildschirm ausfüllen und im Blitztempo ablaufenden Verwandlungen der Transformer. Eine Actionszene jagt die nächste und die Sets sind immer von gigantischen Ausmaßen. „Transformers 4“ bietet ein Tempo, welches die meisten Filme nicht einmal in ihren Trailern erreichen und weil sich Michael Bay mit den einzelnen Szenen auch nicht allzu lange aufhält, zeigt „Transformers 4“ ständig etwas Neues und hält die Aufmerksamkeit des Zuschauers aufrecht. Dabei beschränkt sich der Film aber nicht auf reine CGI-Action: Ab und zu gibt es sogar noch ganz klassische Action-Szenen wie Verfolgungsjagden oder Action-Fights zu sehen. Mark Wahlberg erweist sich in seiner überzeichneten Rolle des erfolglosen und mindestens ebenso naiven Erfinders als sehr guter Ersatz für den nervig-obercoolen Shia LaBeouf. Yeagers keusche Versuche, die Unschuld seines Hottie-Töchterchens zu bewahren, obwohl diese schon längst einem Rennfahrer verfallen ist, ziehen sich als einer der besten Running Gags durch den ganzen Film.

Wer Michael Bays Roboterschlachten bereits in den drei vorherigen „Transformers“-Filmen nichts abgewinnen konnte, dürfte aber auch mit der „Ära des Untergangs“ nicht zum Fan werden. Der Film ist ausschließlich auf die große Show getrimmt. Eine spannende Geschichte gibt es nicht zu erzählen, Dramatik wird durch Dauer-Action ersetzt und die knappen Dialoge werden auch nicht durch ständige Wiederholung interessanter. Auch das bekannte Ritual der „guten“ Transformer, in schwafeligen Worten ihre weise Weltsicht zu verkünden, findet in „Transformers 4“ wieder seinen Platz. Den US-Patriotismus hat Michael Bay diesmal aber auf nur wenige Symbolbilder wie schwenkende Flaggen reduziert. Dafür kommt China richtig gut weg, wo das letzte Drittel des Films spielt, weil dort zum Teil die Gelder zur Finanzierung des Films herkommen und man natürlich auch das potentielle Milliarden-Publikum Asiens im Visier hatte. Dabei gibt es neben einigem speziellen chinesischem Product Placement auch eine kräftige Anbiederung an die chinesische Regierung, wenn zum Schluss die eigentlich auf ihre Autonomie bestehenden Hong Kong-Chinesen ganz brav nach der Zentralregierung in Peking rufen, die mit Militärjets zur Hilfe eilen soll. Das etwas angehängt wirkende China-Kapitel trägt auch mit zur 165 Minuten-Überlänge von „Transformers: Ära des Untergangs“ bei, der auch ruhig schon nach zwei Stunden hätte enden können, ohne dass man etwas vermissen würde.

„Transformers: Ära des Untergangs“ läuft seit dem 17.07.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im November/Dezember auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D & DVD.

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