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Filmkritik: „The First Avenger: Civil War“

„The First Avenger: Civil War“ ist zwar offiziell ein „Captain America“-Film. Doch bei genauerer Betrachtung handelt es sich vielmehr um einen „Avengers“-Film, in dem die Helden diesmal aber ziemlich uneinig sind. Als einige Staaten fordern, dass die „Avengers“ bitte zukünftig nur noch mit UN-Mandat in Aktion treten sollen, wollen sich nicht alle Helden des Teams ihr Handeln von der Politik bestimmen lassen. Und als dann noch ein unbekannter Attentäter einen Anschlag auf das UN-Gebäude in Wien verübt, bricht erst recht das große Chaos aus …

Nach 147 Minuten am Ende von „The First Avenger: Civil War“ immer noch genau  zu wissen, wer jetzt auf wessen Seite stand und aus welchen Gründen, erfordert schon ein gutes Gedächtnis in einem Film, der in schnellem Tempo von Action-Szene zu Action-Szene springt und dazwischen mit ähnlich kurzen Schnitten das viele Gerede der einzelnen Avengers präsentiert, die sich allesamt meist ziemlich ernst nehmen.

Das Drehbuch bietet inhaltlich keine großen Überraschungen. Es dreht sich halt wieder einmal um einen neuen Bösewicht, der irgendwie zu Fall gebracht werden muss und die Autoren scheinen ihre Zeit vor allem damit verwendet zu haben, dafür zu sorgen, dass niemand von der Avengers-Truppe zu kurz kommt. Die ganze Ausgangsgeschichte wirkt ähnlich wie die Konflikte ziemlich übertrieben konstruiert und bietet ansonsten nur wenige richtige Überraschungen.

Natürlich gibt es auch wieder einige Gags. Die sind aber diesmal wirklich nur etwas für Fanboys, die die typischen kleinen Rededuelle der Comic-Helden zu schätzen wissen. Richtig originelle Witze fehlen und es sind inzwischen auch einfach zu viele Helden dabei, da Ant-Man (Paul Rudd) und der neue Spider-Man (Tom Holland) auch noch ihren eigenen Auftritt haben sollen. 

Das konstant hohe Tempo und die recht spannungsfreie Inszenierung sorgen schnell für einen Ermüdungseffekt. Nur sehr wenige Szenen – meist die mit dem Filmschurken Daniel Brühl – erfordern dem Zuschauer auch mal etwas Geduld ab und wecken leichte Neugier auf die nächsten Ereignisse. Atmosphäre kommt ansonsten kaum auf, weil der Film meist einfach zu schnell von der einen zur nächsten Location (u.a. auch Berlin und der Leipziger Flughafen) springt.

Das ist aber nichts Neues und wer uneingeschränkt die vorherigen Filme des „Marvel Cinematic Universe“ mochte, wird wahrscheinlich „The First Avenger: Civil War“ sogar für ein Meisterwerk halten, da dieser Film das typische Marvel-Schema geradezu perfekt umsetzt.

„The First Avenger: Civil War“ läuft seit dem 28.04.2016 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im August/September auf Blu-ray Disc & DVD.

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