News

Filmkritik: „The Expendables 3“

Die „Expendables“ um Barney Ross (Sylvester Stallone) befreien den Messerspezialisten „Doctor Death“ (Wesley Snipes) aus der Gefangenschaft. Zum Dank darf der Doktor direkt bei einem weiteren Einsatz in Mogadischu mithelfen, bei dem die Expendables den eigentlich totgeglaubten Conrad Stonebanks (Mel Gibson) als Drahtzieher aufspüren, der beim anschließenden Gemetzel aber fliehen kann. Hale Caesar (Terry Crews) wird schwer verletzt. Die Expendables bekommen vom CIA-Agenten Max Drummer (Harrison Ford) den Auftrag, Stonebanks lebendig zu fangen, um ihn vor das Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu bringen. Doch Ross will seine alternden Kumpels nicht weiter der ständigen Gefahr aussetzen und trommelt daher eine jüngere Truppe mit neuen Fähigkeiten zusammen, um Stonebanks in die Hände zu bekommen. Ob Ross ganz ohne die Hilfe seiner bewährten Kameraden auskommen kann, muss sich allerdings noch zeigen …

Die ersten beiden zwei „Expendables“-Filme waren zwar kommerziell ziemlich erfolgreich aber alles andere als perfekt. Das ganze Schultergeklopfe lang vergessener 80er-Ikonen stand zu sehr im Vordergrund und zwischen den krachenden Action-Szenen wirkte die Inszenierung doch oft etwas zäh. Im dritten Teil der „Expendables“ erreicht Sylvester Stallone endlich beinahe das, wofür das Retro-Action-Team eigentlich ursprünglich zusammengetrommelt wurde: Einen harten Action-Film mit bewährten Haudegen zu machen, der auf Basis einer simplen Rahmenhandlung mit viel Tempo, Witz und schrägen Ideen zu unterhalten weiss. „The Expendables 3“ bietet eine brauchbare Story und eine flotte Inszenierung mit vielen wechselnden Schauplätzen. Die Action-Szenen sind rasant gedreht und voller absurden Ideen im Stile von 80er B-Movie-Klassikern. Trotz des angestrebten PG-13-Ratings ist der Film ziemlich brutal und schafft die niedrige Altersfreigabe nur durch einen einfachen Trick. Der Film geht so weit ans Limit wie es nur geht ohne dass man den Eindruck bekommt, hier würden Kompromisse gemacht. Es wird nur halt so gut wie kein Blut gezeigt. Man sieht es dem Film immer wieder an, dass er mit möglichst geringem finanziellen Aufwand gedreht wurde. Spektakuläre Sets gibt es nicht und statt teurem Las Vegas-Dreh gibt es halt nur etwas Kulisse zu sehen. Teilweise sieht man sogar in den Eröffnungsaufnahmen von den einzelnen Orten nur zusammengeschnittene TV-Aufnahmen in SD-Qualität. Das Geld ging anscheinend vor allem in Pyrotechnik und wenn etwas Teures kaputt gemacht werden soll oft auch in günstigere CGI-Effekte, deren mäßiges Qualitäts-Niveau durchaus zum trashigen Stil des ganzen Films passt.

Stallone gibt den einzelnen Darstellern natürlich wieder Momente für ihre eigenen besonderen Szenen. Die wirken meist auch so gut in die Handlung integriert, dass sie die Handlung nicht unnötig aufhalten. Besonders gut ist der Einsatz von Wesley Snipes als durchgeknallter Doktor und Arnold Schwarzenegger tritt in seinen Szenen wieder so auf, wie man ihn aus den Klassikern kennt. Mel Gibson kommt als Bösewicht ebenfalls gut weg. Nur den Auftritt von Antonio Banderas als herumplappernde Nervensäge wünscht man sich im Nachhinein, niemals gesehen zu haben.

Das hohe Erzähltempo zieht „The Expendables 3“ nicht konstant bis zum Ende durch. Wenn Stallone zwischendurch mal wieder längere menschelnde Monologe einlegt, die zeigen, dass er den Film wieder ein wenig wichtiger nimmt als sein Publikum, entstehen unnötige Längen und auch die Suche nach den neuen „Expendables“ nimmt etwas zu viel Zeit in Anspruch. Im Zusammenspiel mit den vielen altbekannten Gesichtern haben die Youngster es auch recht schwer, ähnlich viel Eindruck zu schinden.

Trotzdem ist „The Expendables 3“ eines der überzeugendsten Überlebenszeichen des Action B-Movies alter Schule. Jetzt noch ein klein wenig mehr Elemente von Hits wie „Rambo“, „City Cobra“ oder „Phantom Commando“ und „The Expendables 4“ könnte das Potential für einen Klassiker haben.

Erfreuliches gibt es in Sachen Bildqualität zu berichten: Nachdem „The Expendables 2“ noch mit verrauschten Bildern enttäuschte, wurde für den dritten Teil technisch aufgerüstet. „The Expendables 3“ wurde durchgängig mit digitalen RED-Kameras gedreht und kann qualitativ ziemlich überzeugen. Die saubere Optik brilliert sowohl mit einem plastischen Kontrast als auch hoher Schärfe.

„The Expendables 3“ läuft seit dem 21.08.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich zum Jahreswechsel auf Blu-ray Disc & DVD.

|

Weitere News
  ZURÜCK