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Filmkritik: „The Equalizer“

Robert McCall (Denzel Washington) war in einem früheren Leben als verdeckter Agent für die US-Regierung tätig und lebt seit einiger Zeit zurückgezogen in Boston. Sein Job in einem Baumarkt ist ebenso harmlos wie die abendliche Leselektüre in einem kleinen Straßencafé. Dort lernt er die Prostituierte Teri (Chloë Grace Moretz) kennen, die unter dem Einfluss russischer Gangster steht. Als Teri brutal zusammengeschlagen wird und auf der Intensivstation landet, versucht McCall, dass Mädchen freizukaufen. Der Besuch bei Teris Zuhälter endet allerdings in einem Gemetzel und bringt McCall auf den Radarschirm der Gangsterbosse aus Russland, die sich mit aller Gewalt gegen jeden wehren, der ihre krummen US-Geschäfte in Gefahr bringt ….

Antoine Fuquas „The Equalizer“ ist ein gradliniger Action-Film in der Tradition der 80er/90er Jahre mit kompromissloser Härte. Denzel Washington geht hier noch deutlicher zur Sache als in seiner Schurkenrolle in Fuquas „Training Day“. Der Film basiert auf der TV-Serie aus den 80er Jahren, die in Deutschland unter dem Titel „The Equalizer – Der Schutzengel von New York“ lief und es immerhin auf vier Staffeln brachte.

Denzel Washington spielt in dem tageslichtarmen Thriller überzeugend den gutmütigen Kerl von nebenan, der ganz ohne großes Aufsehen für seine Freunde da ist, die nichts davon ahnen, mit welchen Methoden McCall für Gerechtigkeit sorgt. Er ist allerdings kein sadistischer Schlächter: Selbst seinen Gegnern bietet McCall eine saubere Chance, heile davonzukommen, bevor er sie mit härteren Methoden wieder auf den rechten Weg bringt.

„The Equalizer“ ist in den actionfreien Szenen sehr gemächlich inszeniert und verbringt gerade am Anfang viel Zeit damit, dem Zuschauer den netten Charakter McCalls zu vermitteln, um dessen blutige Vergangenheit immer eine Aura des Geheimnisvollen schwebt. Und Antoine Fuqua ist es gelungen, den Film trotz der harten Action immer sehr gestylt wirken zu lassen.

Allerdings kann dies nicht verdecken, dass „The Equalizer“ inhaltlich nur wenig Unterhaltungswert bietet. Das Ende ist ziemlich vorhersehbar und wird ohne große Überraschungen oder Plot-Twists erreicht. Angesichts einer Laufzeit von 128 Minuten wirkt das Ganze daher leider etwas langgezogen.

Trotzdem: Alleine schon weil Antoine Fuqua den Film ohne besondere Rücksicht auf das PG-13-Mantra Hollywoods und irgendwelches Zielgruppenmaximierungsgedöns so rauh inszenieren konnte, ist „The Equalizer“ ein seltenes Kleinod, welches auf jeden Fall einen Blick wert ist. Denzel Washington ist als MCall wirklich verdammt cool und sollte unbedingt die Chance für eine Fortsetzung erhalten.

Bei der FSK zeigte man sich gegenüber „The Equalizer“ recht gnädig: Während gerade die detailliert dargestellte zweckfremde Verwendung vieler Baumarktartikel vor einigen Jahren sicherlich für eine Indizierung gesorgt hätte, betrachtet die FSK gerade die überspitzte Darstellung der Actionszenen als so überzeichnet und fiktional erkennbar, dass der Film bereits ab 16 Jahren freigegeben wurde.

„The Equalizer“ läuft seit dem 09.10.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Februar 2015 auf Blu-ray Disc & DVD.

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