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Filmkritik: „Ted 2“ – Der kiffende Teddybär kehrt zurück

John Bennet (Mark Wahlberg) ist nach einer Scheidung wieder allein und Ted hat seine Supermarkt-Freundin Tami-Lynn (Jessica Barth) geheiratet. Doch auch in deren Ehe kriselt es, bis Ted beschließt, ein Baby zu bekommen, um die Beziehung zu kitten. Da Teds Stofffüllung aber kein taugliches Erbmaterial beinhaltet, begibt er sich zunächst auf die Suche nach einem Samenspender und ist schließlich sogar bereit, zur Not auch ein Kind zu adoptieren. Doch dazu muss Ted erst einmal vor Gericht beweisen, dass er wirklich eine Person und nicht einfach nur eine Sache ist. Weil weder John noch Ted viel Geld für teure Rechtsberater haben, sind sie auf die Hilfe der jungen Anwältin Samantha Leslie Jackson (Amanda Seyfried) angewiesen. Die hat zwar kaum Berufserfahrung, gewinnt aufgrund der Medikamentierung ihrer Migräne durch häufigen Griff zur Wasserpfeife aber schnell das Vertrauen ….

Noch viel stärker als beim ersten TED-Film aus dem Jahr 2012 steht und fällt der Eindruck der 2015er-Fortsetzung damit, ob man an dem derben Humor von Seth MacFarlane Gefallen findet. Denn TED 2 teilt gegen alle und jeden aus und nimmt dabei keinerlei Rücksicht auf irgendwelche Sensibilitäten. Neben (erneut) 9/11 wird sogar sehr zeitnah der Germanwings-Absturz in den Alpen thematisiert, wenn auch nur in einer Situation, die zeigen soll, mit welchen Themen ein Comedian auf keinen grünen Zweig kommen kann. Die Bandbreite der Witze bewegt sich zwischen grandios, etwas langgezogen und teilweise flach, aber nach dem enttäuschenden „A Million Ways to die in the West“ bietet „Ted 2“ überhaupt endlich wieder einmal Humor auf „Family Guy“-Niveau und dabei eine Menge Abwechslung.

Die Trailer reissen zum Glück nur ein paar der guten Gags aus dem Film an und zeigen dafür viele der eher langweiligeren Momente. Auch die Handlung ist wesentlich cleverer als im ersten Teil und bringt Ted an eine Menge verschiedener Orte. Der schwächste Part von „Ted 2“ ist die ziemlich langweilige Gerichtsverhandlung, die auch das ganze Konzept des Films unnötig in Frage stellt da der erste „Ted“-Film gerade deswegen so gut war, weil sich der Teddybär ganz normal wie ein Mensch gab und von (fast) jedem so akzeptiert wurde. Zum Glück macht dieser langweilige Prozess aber nur einen kleinen Teil des Films aus, der weitaus mehr Vielfalt bietet als die Trailer vermuten lassen.

Sehr gelungen ist in „Ted 2“ die Integration vieler bereits aus dem ersten Teil bekannter Figuren und die kleinen Gastauftritte von Stars wie Jay Leno und Liam Neeson. So nebenbei sind in „Ted 2“ auch noch einige Referenzen an andere Kinofilme wie z.B. „Jurassic Park“ oder „Contact“ geschickt versteckt worden und als schöner „Running Gag“ erweist sich Samanthas chronische Unkenntnis der meisten Filmklassiker der letzten Jahrzehnte, die John und Ted immer wieder für kleine Nerd-Witzeleien ausnutzen.

Aber wie bereits am Anfang angemerkt: Man muss diese Art von derbem Humor schon mögen, der in der englischen Originalfassung etwas authentischer herüberkommt als in der deutschen Synchronisierung. Wer „Ted“ schon für kindisch und albern hielt, dürfte auch mit dem zweiten Teil nicht warm werden.

„Ted 2“ läuft seit dem 25.06.2015 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Oktober/November auf Blu-ray Disc & DVD.

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