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Filmkritik: „T2 – Trainspotting“

20 Jahre nachdem Mark Renton (Ewan McGregor) seine Freunde bei einem Drogendeal übers Ohr gehauen hat und mit der Beute ins Ausland geflohen ist, kehrt er clean aus Amsterdam ins schottische Edinburgh zurück. Dort wird Mark aus nachvollziehbaren Gründen nicht mit offenen Armen empfangen. Spud (Ewen Bremner) hängt immer noch an der Nadel. Sick Boy (Johnny Lee Miller) steht mehr auf Kokain und versucht, mit kleinen Erpressungen die Einnahmen aus der schlecht laufenden Kneipe aufzubessern und Begbie (Robert Carlyle) kann es kaum verkraften, dass er nach der Flucht aus dem Knast feststellen muss, dass sein Sohn lieber studieren will als mit dem Vater auf Einbrechertour zu gehen. Zumindest Sick Boy und Spud können sich aber mit Mark zusammenraufen und schmieden gemeinsame Pläne, ein eigenes Bordell zu eröffnen. Doch auf dem Weg dahin stellen sich immer wieder einige Hürden und die alten Konflikte in den Weg …

„T2 – Trainspotting“ ist nicht ganz so zynisch, absurd-witzig und ekelhaft wie der erste Teil, der sich vor allem um die Drogen-Exzesse und die Bemühungen der Junkie-Kumpels drehte, sich das Geld für ihren Stoff lieber durch kleine Gaunereien als geregelte Arbeit zu verdienen. Der Film hat nur eine recht lose Handlung und zeigt vor allem, wie die Beteiligten mit dem Alter konfrontiert werden und es auch nach 20 Jahren nicht geschafft haben, sich eine normale Existenz zu sichern. „T2“ kehrt immer wieder zu Momenten und Handlungsorten des ersten Teils zurück. So gibt es z.B. den „Choose Life“-Monolog von Mark Renton in einer modernisierten XXL-Form, in der statt Job und Karriere Facebook und Twitter an erster Stelle stehen. Nostalgie ist immer wieder präsent. Aber statt einfach nur Momente aus dem ersten Film zu wiederholen, werden bekannte Elemente in ganz neue Geschichten verpackt und sind oft auch nur in dezenten Andeutungen zu erkennen.

Es gibt auch viele neue interessante Ereignisse, die überhaupt keinen Bezug zum ersten Teil haben und einige schöne Gags wie z.B. Spuds Erklärung dafür, wieso seine gesamte Lebensplanung Schritt für Schritt mit einer Stunde Verspätung ruiniert wurde. Nichtsdestotrotz ist „T2 – Trainspotting“ ein Film, der nur dann richtig Spaß macht, wenn man „Trainspotting“ bereits kennt und die vielen kleinen Referenzen erkennen kann. Und da der schottische Akzent der Darsteller nicht mehr ganz so dick aufgetragen klingt, ist „T2 – Trainspotting“ auch in der englischen Originalfassung besser verständlich als der erste Teil.

„T2 – Trainspotting“ läuft seit dem 16.02.2017 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Juni/Juli auf Ultra HD Blu-ray, Blu-ray Disc und DVD.

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