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Filmkritik: „Sully“

Chesley B. Sullenberger (Tom Hanks) ist seit 40 Jahren als Pilot im militärischen und zivilen Flugverkehr tätig, als kurz nach dem Start seines Airbus A320 vom New Yorker Flughafen LaGuardia durch die Kollision mit einem Vogelschwarm beide Triebwerke des Flugzeugs ausfallen. Zunächst versucht Sullenberger, zum Flughafen zurückzukehren, ändert dann jedoch instinktiv seine Meinung und entscheidet sich für eine Notwasserung auf dem Hudson River zwischen New York und New Jersey. Alle 155 Personen an Bord überleben und „Sully“ wird als Held gefeiert. Doch schon kurz danach beginnt eine Untersuchung der amerikanischen Flugsicherheitsbehörde NTSB (National Transportation Safety Board) und Sullenberger wird der Vorwurf gemacht, mit seinem riskanten Manöver unnötig die Sicherheit der Maschine und Passagiere riskiert zu haben obwohl die Maschine mehrere Flughäfen in der Nähe noch hätte erreichen können …

Nach „American Sniper“ widmet sich Clint Eastwood in „Sully“ wieder einmal der Geschichte eines einfachen amerikanischen Helden. Dabei dreht sich der Film zwar immer wieder um den Ablauf des Fluges, der damals in der ganzen Welt für Aufmerksamkeit sorgte. Clint Eastwood scheint sich aber bewusst gewesen zu sein, dass der US Airways-Flug 1549 alleine aufgrund der Schnelligkeit der Ereignisse kaum für einen richtigen Spielfilm gereicht hätte. Im Mittelpunkt von „Sully“ steht daher vor allem die weitaus weniger bekannte anschließende Kontroverse darüber, ob Sullenberger wirklich die richtige Entscheidung getroffen hat.

Der Film ist sehr ruhig inszeniert und verzichtet auf künstliche Theatralik. Statt seinen Helden abzufeiern, lässt Eastwood den Zuschauer die Selbstzweifel von Sullenberger miterleben, ob es nicht doch eine weniger riskante Alternative zur Landung im eiskalten Wasser gegeben hätte. Durch die immer wieder aus neuer Perspektive gezeigten Ereignisse bleibt der Film bis zum Ende abwechslungsreich. Für einen Film, dessen Inhalt am Anfang noch sehr vorhersehbar erscheint, bietet „Sully“ erstaunlich viele Überraschungen. „Tom Hanks“ gelingt es mit Unterstützung der Maskenbildner auch einmal, seine typische Erscheinung des harmlosen, netten Kerls abzulegen. In Clint Eastwoods Drama erscheint Hanks wie ein richtig alter Mann, der von Zweifeln und Ängsten geplagt wird.

„Sully“ läuft seit dem 01.12.2016 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im April 2017 auf Ultra HD Blu-ray und Blu-ray Disc.

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