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Filmkritik: „Planet der Affen: Revolution“

Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Virus-Epidemie, die einen Großteil der Menschen getötet hat, lebt eine Gruppe Überlebender in einem abgesperrten Viertel von San Francisco. Die Treibstoffbestände gehen langsam zuneige und um die Stromversorgung auch in Zukunft zu sichern, soll ein altes Wasserkraftwerk ausserhalb der Stadt wieder reaktiviert werden. Doch dieses befindet sich in dem Gebiet, in das sich die Affen nach Ausbruch der Epidemie zurückgezogen haben. Eine kleine Gruppe soll mit den Affen in Verhandlungen treten, um ungefährdet mit den Arbeiten beginnen zu können. Die erste Begegnung endet jedoch bereits mit einem tödlichen Zwischenfall, der auf beiden Seiten das gegenseitige Mißtrauen steigert ….

Im Unterschied zu „Planet der Affen – Prevolution“ dreht sich „Revolution“ mehr um die Affen im Wald als die wenigen überlebenden Menschen in San Francisco. Mit Hilfe des „Performance Capturing“ von Andy Serkis gelingt es, die Affen nicht nur mit digitaler Computertechnik mit viel optischem Detail zum Leben zu erwecken, sondern ihnen auch eine realistische Mimik und Gestik zu verschaffen. Einzelne Affen können die Menschen zwar verstehen, sprechen aber selbst nur wenige Worte und kommunzieren untereinander meist mit Zeichensprache.

Wie bereits der Vorgänger erzählt auch „Revolution“ eine recht umfangreiche Geschichte mit vielen Drama-Elementen. Der Film nutzt nur wenige Verweise auf den ersten Teil und ist auch deutlich vorhersehbarer. Die Geschichte der Epidemie wird nur ganz kurz im Vorspann erzählt und bis auf den drohenden Stromengpass erfährt man nur recht wenig über die Ereignisse und Lebensbedingungen nach dem Ende der Epidemie. Leider wird auch die dystopische Kulisse San Franciscos nur begrenzt in die Handlung integriert.

Die menschlichen Darsteller wirken im Gegensatz zu den charakterstarken Affen-Figuren wie Cäsar nur wenig überzeugend. Hier bekommt man klischeehafte Bösewichte und im Expeditionsteam einen strahlenden Helden, eine Frau für Momente mit Einfühlungsvermögen und ein Kind für tolle Mensch/Affe-Szenen vorgesetzt, von denen keiner einen so bleibenden Eindruck wie die Darsteller aus dem ersten Teil hinterlässt.

Zunächst dreht sich der Film um die Reaktivierung des Kraftwerks, dann aber vor allem um den Machtkampf nicht nur zwischen Menschen und Affen sondern auch der Affen untereinander. Es gibt nicht mehr ganz so viele Überraschungen und Spannung wie im ersten Teil. Stattdessen wird etwas mehr auf Emotionen gesetzt und ab und zu auch auf die Tränendrüse gedrückt. Für Geheimnisvolles ist kaum Platz. Trotzdem ist bemerkenswert, wie stark der Film wieder vor allem auf erzählerische Elemente setzt und mit nur wenigen (leider recht unrealistischen) Action-Szenen auskommt.

„Planet der Affen – Prevolution“ war so brillant und vielschichtig gemacht, dass man den Film immer wieder sehen kann, ohne dass er langweilig wird. Dieses hohe Niveau an Spannung und Überraschung erreicht der Nachfolger nicht, dessen Stärken vor allem auf der visuellen Ebene liegen. Trotzdem ist „Planet der Affen – Revolution“ für einen Sommer-Blockbuster immer noch erstaunlich unkonventionell gemacht und lohnt zumindest einen einmaligen Kinobesuch.

Planet der Affen: Revolution“ läuft seit dem 07.08.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich am 05.12. auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D und DVD.

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