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Filmkritik: „Money Monster“

 

Lee Gates (George Clooney) ist Moderator der TV-Börsen-Show „Money Monster“, die in den letzten Tagen den 800 Millionen Dollar-Verlust der Firma IBIS thematisiert hatte, der durch einen Computerfehler ausgelöst worden sein soll. Gates hatte die IBIS-Aktie zuvor in seiner Sendung zum Kauf empfohlen. Der als Lieferant verkleidete Kyle Budwell stürmt mit einer Pistole bewaffnet die Sendung und droht mit dem Zünden einer Bombe. Er hat 60.000 Dollar durch den Kurssturz verloren und will Antworten von Gates und IBIS haben, wie so etwas passieren konnte. Der IBIS-Chef sollte eigentlich in der Sendung auftreten, ist aber bereits seit Tagen selbst für die Pressesprecherin des Konzerns nicht erreichbar. Gates ist in einer Zwickmühle und weiß aufgrund der stillen Durchsagen von seiner Regisseurin Patty Fenn (Julia Roberts), dass die Polizei eine Befreiungsaktion im Studio plant. Um Zeit zu schinden, versucht er mit seinem Team Genaueres über IBIS zu erfahren und kommt dabei einigen Ungereimtheiten auf die Spur, die die offizielle Version einer Computerpanne zweifelhaft werden lassen …

Für George Clooney ist „Money Monster“ nach „Good Night, and Good Luck“ der zweite Film, der in einem TV-Studio spielt. Im Unterschied zu dem 50er Jahre-Drama über die McCarthy-Ära ist „Money Monster“ aber vor allem ein Unterhaltungsfilm und nicht mit „The Big Short“ vergleichbar, der die Ursachen der US-Immobilienmarktkrise analysierte. Regisseurin Jodie Foster befasst sich nur oberflächlich mit den Geschehnissen an der Wall Street. Was sich genau beim Hochfrequenzhandel abspielt, der inzwischen einen großen Teil der gesamten Börsenumsätze durch blitzschnelle Transaktionen ausmacht, die sich minimale Kursschwankungen zunutze machen, erfährt der Zuschauer nicht und selbst die Kritik an der Übermacht der Wall Street fällt so unbissig aus, dass sich niemand ernsthaft ans Bein gepinkelt fühlen dürfte. Selbst der CNBC-Moderator Jim Kramer, der unzweifelhaft das Vorbild für den Moderator Lee Gates gewesen sein dürfte, dürfte keinen Anlass zu Beschwerden haben.

Trotz einiger Wendungen und Überraschungen ist „Money Monster“ mit nur wenig Spannung und Dramatik inszeniert worden. Zu keinem Moment wirkt die Situation wirklich bedrohlich und der Geiselnehmer Kyle Budwell scheint vor allem eine Gefahr für sich selbst zu sein.

Keiner der Darsteller wird besonders herausgefordert und für George Clooney und Julia Roberts dürfte „Money Monster“ vor allem leicht verdientes Geld gewesen sein. Zum einmaligen Ansehen bietet der Film aber durchaus Unterhaltungswert und mit gerade einmal 98 Minuten Laufzeit wird das Ganze auch nicht unnötig in die Länge gezogen.

„Money Monster“ läuft seit dem 26.05. in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im September/Oktober auf Blu-ray Disc & DVD.

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