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Filmkritik: „John Wick: Kapitel 2“

Der Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) hatte eigentlich vor, sich endgültig zur Ruhe zu setzen, nachdem er seinen Ford Mustang GT wieder zurückbekommen hat, den ihm der Gangster Viggo Tarasov geklaut hatte. Doch dann wird John Wick erneut dazu gezwungen, als Hitman zu arbeiten, da er den Schwur einer Blutmünze erfüllen muss. Die Mafia-Größe Santino D’Antonio (Riccardo Scamarcio) zwingt Wick dazu, seine Schwester zu erledigen, damit er deren Sitz in  der „Hohen Kammer“ der weltweiten Gangster-Syndikate übernehmen kann. Und kaum ist der Auftrag erledigt, setzt er 7 Millionen Dollar auf den Kopf von John Wick aus, der daraufhin von jedem Gangster der Welt gejagt wird …

„John Wick: Kapitel 2“ ist ein rauher Action-Film mit einem hohen Body Count, der in den dreistelligen Bereich gehen dürfte.  Regie führte wieder Chad Stahelski, der bereits für den ersten „John Wick“-Film verantwortlich war. Im zweiten Teil geht der kühle Killer noch deutlich härter seiner Arbeit nach: Wenn John Wick ans Werk geht, ist das wie ein Ballett in Blei und auch wenn viele Blutspritzer wie aus dem digitalen Trickkasten gezaubert wirken, ist die FSK 18-Freigabe nur konsequent.

Das harte Geballter entbehrt aber nicht einer unfreiwilligen Komik, weil John Wick nur durch einen kugelgesicherten Anzug geschützt geradezu unsterblich erscheint während er seine Gegner im Sekundentakt ausknipst. Der ganze Film ist sehr überzeichnet aber zugleich weitgehend humorfrei. John Wick und  alle seine Gangsterkollegen scheinen ihre internen Machtkämpfe in einer Parallelwelt auszutragen, ohne dass jemand von der Aussenwelt und erst recht nicht die Polizei davon etwas mitbekommt.

Die Story ist im zweiten Teil noch minimalistischer als im ersten „John Wick“-Film und selbst für anspruchslose B-Movie-Verhältnisse gibt es inhaltlich kaum Überraschungen. Das wäre nicht sonderlich schlimm, wenn sich „John Wick: Kapitel 2“ auf das Wesentliche konzentrieren würde. Aber die langatmige Inszenierung der Dialogsequenzen und selbst vieler Ballerszenen sorgt immer wieder für Langeweile. Während die Eröffnungssequenz noch mit viel Tempo glänzt, fehlt dem Rest des Film etwas der Schwung und weder visuell noch soundtechnisch bietet „John Wick: Kapitel 2“ besonders viel Dramatik und Atmosphäre. Immerhin zeigen die kalten Bilder eine kontrastreiche Optik mit einzelnen Neon-Farben, die später in HDR auf Ultra HD Blu-ray sehr gut zur Geltung kommen dürften.

„John Wick: Kapitel 2“ läuft seit dem 16.02.2017 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich am 27.06.2017 auf Ultra HD Blu-ray, Blu-ray Disc und DVD.

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