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Filmkritik: „Independence Day – Wiederkehr“

20 Jahre nachdem der erste Angriff der Aliens auf die Erde abgewehrt werden konnte, hat sich die Menschheit deren Technik zunutze gemacht und ein Verteidigungssystem aufgebaut, mit dem eine erneute Invasion abgewehrt werden soll. Unter dem Einfluss der Bedrohung von Aussen haben sich die Länder Erde zusammengeschlossen und betreiben eine Mondbasis, auf der Soldaten aus der ganzen Welt stationiert sind. Diese Maßnahmen erweisen sich als gerechtfertigt, denn als sich der Jubiläumstag nähert, werden die Systeme eines der abgeschossenen Alien-Schiffe plötzlich wieder aktiv und es kündigt sich aus den Tiefen des Alls der Angriff einer noch viel größeren Invasions-Armada an ….

„Independence Day – Wiederkehr“ (Independence Day: Resurgence) ist Roland Emmerichs erste Fortsetzung eines seiner großen Blockbuster. Diese folgt den typischen Regeln und lässt mit ihrem Bombast den ersten Teil im Vergleich wie einen kleinen Low Budget-Film erscheinen. Noch besser als im Kino-Hit aus dem Jahr 1996 fädelt Emmerich seine Geschichte sehr langsam ein und macht zunächst mit vielen kleinen rätselhaften Ereignissen von verschiedenen Orten der Welt ein großes Geheimnis darum, wie genau die neue Bedrohung aussieht. Dabei wirft der Film einen interessanten Blick auf eine futuristisch angehauchte alternative Gegenwart, in der mit Alien-Technologie z.B. die Schwerkraft kontrolliert werden kann.

Viel Nostalgie ist auch dabei. So fast jede Figur, die im ersten Teil zu sehen war, ist auch in der Fortsetzung zu sehen – von wenigen Ausnahmen wie Will Smith abgesehen, dessen Part von seinem Film-Sohn übernommen wird, der kein Knirps mehr ist sondern ein Elitepilot im Einsatz zwischen Erde und Mond. Man sieht auch wesentlich mehr von den Aliens und der US-Hurrapatriotismus wurde etwas reduziert. Dafür sind auch ein paar chinesische Darsteller dabei – schließlich soll auch das asiatische Kinopublikum irgendwie für den Film begeistert werden. Neben den Oldtimern sind auch eine ganze Reihe von neuen Gesichtern im Kampf gegen die Aliens zu sehen. Während Liam Hemsworth als draufgängerischer Pilot immer eine Spur zu allglatt erscheint, um wirklich Sympathiepunkte zu sammeln, ist Deobia Oparei als Warlord Dikembe Umbutu einer der heimlichen Stars des Films, der nicht nur jahrelang die Aliens in Afrika mit Macheten bekämpft hat sondern auch deren Sprache teilweise versteht.

Leider ist etwas die Selbstironie des ersten Teils abhanden gekommen. Dafür gibt es mehr schmalzige Romantik weswegen „Independence Day: Rückkehr“ stellenweise auch etwas wie ein Mix aus „Starship Troopers“ und „Pearl Harbor“ wirkt. Leider verliert die Story in der zweiten Hälfte auch an Spannung und stattdessen gibt es vor allem massive CGI-Action auf der Leinwand zu sehen, die auf Dauer ermüdend wirkt. Zudem versucht Emmerich zu sehr, fast alle Figuren des Films in den großen Showdown irgendwie mit einzubeziehen und so müssen sich auf einmal selbst Randfiguren in den letzten Minuten noch einmal in großer Heldenpose zeigen.

„Independence Day: Wiederkehr“ läuft seit dem 14.07.2016 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im November auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D & Ultra HD Blu-ray.

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