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Filmkritik: "Godzilla" (2014)

1999: Joe Brody (Bryan Cranston) ist für die Sicherheit eines Atomkraftwerks in Japan zuständig. Seismische Aktivitäten führen zu einem Störfall in der Anlage, bei dem Brodys Frau Sandra (Juliette Binoche) ums Leben kommt. Brody will sich auch Jahre nach der Explosion des Atomkraftwerks nicht mit der offiziellen Unfall-Theorie abfinden und macht sich auf eigene Faust ins Sperrgebiet auf, in dem rätselhafterweise gar keine Strahlung mehr nachweisbar ist, dafür aber genau die gleichen seismischen Aktivitäten registriert werden wie kurz vor dem Unfall. Etwas scheint dort in der Tiefe zu passieren, was der Auslöser für eine erneute Katastrophe werden könnte...

"Godzilla" ist Gareth Edwards erster großer Hollywood-Film. Mit dem Low Budget-Science Fiction-Thriller "Monsters" bewies Edwards 2010 sein Gespür dafür, mit wenig Aufwand eine spannende Atmosphäre zu erzeugen ohne wirklich viel zu zeigen. Das gelingt auch in "Godzilla" am Anfang sehr gut. Bevor man "Godzilla" erstmals in voller Größe auf der Leinwand sieht, nimmt die Handlung einen langen Anlauf. Die Geschichte geht zunächst weit in die Vergangenheit zurück und wird dabei aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Wenn Forscher in Schutzanzügen durch Höhlen mit riesigen Skelettfragmenten gehen, fühlt man sich schon fast an "Alien" erinnert und insbesondere Brian Cranston ist es zu verdanken, dass die Vorgeschichte im ersten Drittel des Films, welches komplett in Japan spielt, mit Tiefgang glaubwürdig vermittelt wird. Cranston ist am Anfang noch die wichtigste Figur. Im Gegensatz zu den Trailern, die suggeriert haben, dass Cranston im Mittelpunkt des Films stehen wird, spielt er leider in "Godzilla" nur eine etwas größere Nebenrolle, die sich auf die Entdeckung des Monsters in Japan beschränkt.

Sobald die Handlung aufs US-Territorium verlegt wird, gerät die geheimnisvolle Inszenierung zugunsten von vielen Show-Effekten in den Hintergrund. Aber "Godzilla" ist keineswegs die Hauptfigur: Anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, läuft das Spektakel als Familiendrama aus der Perspektive von Ford Brody ab, der als Vorzeige US-Soldat natürlich viel schlauer als seine Vorgesetzten ist und heldenhaft jedem zeigt, wie man es richtig macht. Mit dem richtigen Haupdarsteller wäre das nicht weiter schlimm. Doch dem stets gelangweilt dreinblickenden Aaron Taylor-Johnson fehlt leider das nötige Charisma, um in dieser großen Rolle zu überzeugen. Was seine Frau und das Söhnchen parallel dazu erleben, ist für die Handlung vollkommen belanglos, wird aber trotzdem immer wieder gezeigt und lenkt dabei ständig von den Godzilla-Fights ab. Action-Fans kommen aber trotzdem auf ihre Kosten. Denn hier wird geklotzt und nicht gekleckert: Die Action-Szenen sind wirklich bombastisch und zelebrieren eine Orgie der Zerstörungswut. Ein riesiges Szenenbild folgt dem nächsten und der krachende Sound bringt die Lautsprecher in den Grenzbereich. Damit dürfte "Godzilla" ähnlich wie bereits "Pacific Rim" im letzten Jahr sehr gute Chancen haben, zu einem der ganz großen Heimkino-Kracher im Herbst 2014 zu werden.

"Godzilla" läuft seit dem 19.05.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im September auf Blu-ray Disc & DVD.

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