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Filmkritik: „Entourage“

„Entourage“ war eine der langlebigsten HBO-TV-Serien der 2000er Jahre und brachte es bis 2011 auf insgesamt acht Staffeln. In Deutschland blieb die Serie jedoch ziemlich unbekannt und lief zuletzt nur im Pay TV. Die Serie basierte auf den Erfahrungen von Mark Wahlberg während seiner ersten Jahre in Hollywood und erzählte die fiktive Geschichte des Sonnyboy-Filmstars Vincent Chase und dessen besten Freunden aus New York, die ihm als „Entourage“ bei seiner Karriere unterstützen und gemeinsam das glamouröse Leben in Los Angeles genossen.

Der Kinofilm schliesst direkt an das Ende der achten Staffel an. Hollywood-Star Vincent Chase (Adrian Grenier) bereitet dem neuen Studio-Boss Ari Gold (Jeremy Piven) Probleme, weil er mit seinem ersten eigenen Film „Hyde“ das 100 Millionen Dollar-Budget bereits überschritten hat und noch mehr Geld benötigt, um den Film zu vollenden. Der texanische Finanzier Larsen McCredle (Billy Bob Thornton) schickt zur Kontrolle seinen Sohn Travis (Haley Joel Osment) nach Los Angeles, damit dieser erst einmal den Film begutachten kann – und ausgerechnet Donnie (Kevin Dillon), der wenig erfolgsverwöhnte Bruder von Vince, steht auf der Streichliste ganz oben …

Obwohl der Film sich am Anfang bemüht, die Ausgangslage zu erklären, ist „Entourage“ voll und ganz ein Film für Fans der Serie. „Entourage“ funktionierte im Fernsehen gut, weil alles so extrem überzeichnet war, viele „echte“ Stars mit Cameo-Auftritten auftauchten und die nicht einmal 30 Minuten langen Episoden ein rasantes Erzähl-Tempo hatten. Leider bleibt davon bis auf die Gastauftritte vieler neuer und bereits aus der Serie bekannter Stars wie Liam Neeson oder Mark Wahlberg im „Entourage“-Film nicht viel übrig. Der Film wirkt etwas langatmig wie eine auf 120 Minuten gestreckte 28 Minuten-Serien-Episode, bei der sich alles etwas bleierner hinzieht. Der Film ist auch lange nicht so überdreht wie die Serie und Ari Gold wütet statt mit Tempo 180 nur mit Tempo 100 seine Wuttiraden durch den Film. Es ist erstaunlich, dass nach vier Jahren Pause dem Autoren-Team nicht eine bessere Geschichte eingefallen ist und auch die kleinen Gags am Rande zünden nicht immer.

Die einzige richtige Überraschung ist „The Sixth Sense“-Kinderstar Haley Joel Osment, der seit Steven Spielbergs „A.I.“ kaum noch in größeren Produktionen zu sehen war und als Redneck-Junior sogar eine der wichtigsten Nebenrollen in „Entourage“ hat.

Trotzdem: „Entourage“ wirkt als Film nur noch wie ein leises Echo der großartigen Serie, die in Deutschland bislang nur auf DVD veröffentlicht wurde und daher nur als Import z.B. aus England auf Blu-ray Disc erhältlich ist.

„Entourage“ läuft seit dem 09.07.2015 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im November auf Blu-ray Disc & DVD.

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