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Filmkritik: „Edge of Tomorrow“: Einer der besten Science Fiction-Kino-Blockbuster des Jahres 2014

In einer nicht allzu fernen Zukunft steht die Erde unter dem Angriff der „Mimics“. Die ausserirdischen Invasoren sind so schnell, dass ihnen die Menschen mit herkömmlichen Waffen kaum etwas entgegensetzen können. Daher werden die Soldaten als uniformierte Kampfroboter in die Schlacht gebracht. Trotzdem gleicht jede Kampfhandlung einem Selbstmordeinsatz, weil die Mimics fast immer einen Schritt schneller als die Menschen sind. Nachdem die Mimics bereits den europäischen Kontinent besetzt haben, soll eine Invasion Europas von der britischen Insel die Rettung bringen. Einen Tag vor dem Angriff wird der amerikanische Major William Cage (Tom Cruise) zum einfachen Rekruten degradiert und ohne vorheriges Training in den Kampf geschickt. Er kann zwar einen der Mimics töten, stirbt anschließend aber selbst – um kurz darauf wieder genau einen Tag vor dem Angriff aufzuwachen. Cage steckt in einer Zeitschleife fest und jedes Mal, wenn er stirbt, wird er wieder zum gleichen Tag in die Vergangenheit zurückversetzt. Das gibt Cage nicht nur die Möglichkeit, mit Hilfe der Elitesoldatin Rita Vrataski (Emily Blunt) aus Fehlern zu lernen und zu trainieren, sondern auch einen Weg zu finden, die scheinbar aussichtslose Schlacht doch noch zu gewinnen….

„Edge of Tomorrow“ basiert auf dem Roman „All You Need Is Kill“ aus dem Jahr 2004 und man könnte fast meinen, dass dem japanischen Autor Hiroshi Sakurazaka die Idee dazu nach einer Filmnacht mit „Ewig grüßt das Murmeltier“, „Starship Troopers“ und „Der Soldat James Ryan“ gekommen wäre. In der europäisierten Film-Version unter der Regie von „Die Bourne-Identität“-Macher Doug Liman spielt Tom Cruise keineswegs den übergroßen Helden, den man aus den Filmen kennt, bei denen Cruise auch im Hintergrund die Fäden zieht, sondern ist am Anfang ein recht tolpatschiger Feigling ohne soldatische Erfahrung, der bei jedem aneckt und erst nach und nach Überlebensfähigkeiten entwickelt.

„Edge of Tomorrow“ ist zunächst ein sehr geradliniger Action-Film mit vielen rasanten Kampfszenen-Szenen, die zwar blutarm aber dennoch ziemlich hart sind. Die Action wird auch immer passend eingesetzt und hat keineswegs überlangen Showcase-Charakter. Der Ablauf der Handlung ist sehr rasant und manche Zeitschleife von William Cage wird in nur wenigen kurzen Schnitten durchlaufen. Dabei sieht man aber keineswegs immer die gleichen Zeitabschnitte sondern der Ablauf konzentriert sich meist auf einen neuen Schwerpunkt. Dabei ist der Kunstgriff gelungen, dem Zuschauer immer bildlich genau zu signalisieren, in welchem Zeitabschnitt nun gerade die Handlung stattfindet, was das Risiko klein hält, den Faden zu verlieren.

Parallel zur Action ist „Edge of Tomorrow“ aber auch als Science Fiction-Film sehr gut gelungen. Denn die Zeitreisen funktionieren im Rahmen der Handlung perfekt und es gibt für diese sogar eine recht plausible Erklärung. Ausserdem klappt es immer wieder, dass Thema mit einem dezenten Humor zu verbinden ohne dass dies albern wirkt. Vom Anfang bis zum Ende gelingt es „Edge of Tomorrow“, das Szenario dem Zuschauer überzeugend zu vermitteln und dank einiger Twists gibt es auch innerhalb des Films immer wieder einige Überraschungen.

Das Ganze erscheint wie aus einem Guss und nicht so weichgespült auf möglichst breite Zielgruppen optimiert wie viele Blockbuster, bei denen viele Dinge einfach nur aus Marketinggründen in die Handlung integriert werden. Statt der schon unzählige Male im Kino zerstörten US-Metropolen bekommt man in „Edge of Tomorrow“ interessante europäische Schauplätze zu sehen und auch die typische 08/15 Love-Story bleibt dem Zuschauer erspart.

Emily Blunt gibt sich gewohnt kühl und spielt ihre Rolle durchaus glaubwürdig. Tom Cruise kann sein Ego während des gesamten Films auch genügend bremsen und selbst den wenigen kleineren Nebendarstellern sind einige größere Momente vergönnt. Grandios ist insbesondere Bill Paxton in der Rolle des biestigen Master Sergeant Farrell Bartolome, den man aber meist nur recht kurz zu sehen bekommt.

Mit seinem Mix aus rasanter Action und nicht zu kopflastiger Science Fiction sorgt „Edge of Tomorrrow“ für recht kurzweilige 113 Minuten Unterhaltung für alle Altersgruppen und hat somit durchaus das Potential, zu einem der großen Kino-Hits des Sommers 2014 zu werden – unter der Voraussetzung, dass sich genügend Zuschauer finden, die auch bereit sind, sich einen Film anzuschauen, der nicht die xte Fortsetzung einer bekannten Reihe ist.

Ob sich bei „Edge of Tomorrow“ auch das mehrmalige Anschauen lohnt, sobald man das Ende kennt, muss sich noch zeigen. Da die Abläufe aber teilweise so schnell sind, dass man sich nicht alles merken kann, sollte der Film bei der Wiederholung aber zumindest noch einiges Überraschungspotential behalten.

„Edge of Tomorrow“ läuft seit dem 29.05.2014 in den deutschen Kinos und wird voraussichtlich am 09.10.2014 von Warner auf Blu-ray Disc und DVD veröffentlicht:

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