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Filmkritik: „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“

Der Marsianer

„Der Marsianer“ basiert auf dem Roman von Andy Weir und erzählt die Geschichte des Astronauten Mark Watney (Matt Damon), der nach einem Unfall auf dem roten Nachbarplaneten gestrandet ist. Von der NASA für tot geglaubt, ohne Möglichkeit, mit der Erde Kontakt aufzunehmen und ohne ausreichend Nahrung muss Watney Ideen entwickeln, trotzdem zu überleben …

Wie das Buch ist auch Ridley Scotts Verfilmung von „The Martian“ keine gewöhnliche Science Fiction-Geschichte sondern ein aus der Ich-Perspektive von Matt Damon erzähltes Tagebuch der ständigen Improvisation zum Überleben in einer zunächst aussichtslos erscheinenden Situation. Nach und nach entwickelt Watney mit den ihm verbliebenen Hilfsmitteln Lösungen, um sich von einem Tag zum nächsten zu retten. Watneys wissenschaftliches Hintergrundwissen ermöglicht ihm, Schritt für Schritt eine Strategie zu entwickeln, mit der er langsam eine Überlebensperspektive erhält.

Die Devise „Science the Sh… Out of This“ dominiert den ganzen Film. Natürlich gibt es auch Action, aber diese wird immer von der Wissenschaft getragen. Noch mehr als „Interstellar“ konzentriert sich „Der Marsianer“ auf die „Hard Science“. So wirkt der Film wie ein langes Puzzle-Spiel, dass in der Kino-Version zwar etwas in der zweiten Hälfte verkürzt wurde und einige Rückschläge ausspart, aber trotzdem ziemlich einzigartig ist.

Ridley Scott gelingt es ähnlich wie bei „Alien“ und „Prometheus“, das ganze Szenario authentisch wirken zu lassen. Zwar ist dem Zuschauer schon klar, dass in Wirklichkeit alles vor orange-gefilterten Bergkulissen stattfindet, aber trotzdem bleibt der Film nah an der heutigen Realität und erfindet keine besonders futuristischen Gimmicks.

„Der Marsianer“ bietet einen für Ridley Scott ungewöhnlichen recht trockenen Humor. Dieser wird auch noch durch viel Siebziger Jahre Disco-Sounds verstärkt, die die einzige Musikbegleitung von Mark Watney darstellen. Leider gerät dadurch aber auch der atmosphärische Soundtrack von Harry Gregson-Williams etwas in den Hintergrund. Was auch nicht so richtig passt, sind die Szenen jubelnder Massen, wie man sie eher von Michael Bay-Krachern gewohnt ist und auch die Szenen bei der NASA sind nicht ganz so interessant wie Watneys Erlebnisse auf dem Mars inszeniert worden.

Nachdem die Kinofassung bereits mit 144:14 Minuten Laufzeit Überlänge erreicht, wird „Der Marsianer“ laut Interviews mit Ridley Scott auf Blu-ray Disc möglicherweise noch etwas länger werden. Ridley Scotts „Director’s Cut“ soll rund 165 Minuten lang sein. Bislang gibt es aber noch keine offizielle Bestätigung von Fox.

„Der Marsianer“ läuft seit dem 08.10.2015 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Februar 2016 auf Blu-ray Disc & DVD – und sehr wahrscheinlich etwas später auch als Ultra HD Blu-ray.

Bildquelle: Fox

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