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Filmkritik: „Deepwater Horizon“

Mike Williams (Mark Wahlberg) ist Chef-Elektriker auf der Ölbohranlage „Deepwater Horizon“, die im Golf von Mexiko neue Ölvorkommen für die Ausbeutung durch Förder-Plattformen vorbereitet. Die schwimmende Plattform liegt mit ihrem aktuellen Auftrag für den Ölkonzern BP weit hinter dem Plan und sollte eigentlich bereits an einem anderen Standort sein. Doch es fehlen noch wichtige Sicherheitsprüfungen, um sicherzustellen, dass der provisorische Zementverschluss des Förderlochs auch hält. Den Managern von BP kann es hingegen nicht schnell genug gehen. Denn jeder Einsatztag der „Deepwater“ Horizon kostet die Firma nur viel Geld statt sprudelnde Gewinne einzubringen. Die BP-Manager spielen die Druckprobleme herunter und schicken das Team, welches die wichtigen Sicherheitstests durchführen sollte, einfach wieder zurück. Doch die Befürchtungen der Ölbohrtechniker erweisen sich fatalerweise als berechtigt und eine ausströmende Mischung aus Gas und Öl sorgt für eine Welle von Explosionen, die die gesamte Crew an Bord der „Deepwater Horizon“ in tödliche Gefahr bringt ….

„Deepwater Horizon“ erzählt die Geschichte der Katastrophe an Bord der Ölplattform des US-Konzerns Transocean, die 2010 im Golf von Mexiko zum Tod von 11 Crew-Mitgliedern und einer Umweltkatastrophe führte. Peter Berg befasst sich in seinem Film ausschließlich mit dem Auslöser der Katastrophe und den Todesopfern auf hoher See. Der Spielfilm ist aber kein Ökodrama. Die späteren Folgen durch das ausströmende Öl für die Umwelt werden in „Deepwater Horizon“ nicht thematisiert. Dafür zeigt der Film in einer zumindest für den Laien sehr präzise erscheinenden Detailliertheit die einzelnen Abläufe, die zur Katastrophe führen, bis die Bohrstation irgendwann dem Untergang geweiht ist. Die meisten Figuren des Films sind nicht erfunden sondern waren wirklich damals vor Ort.

Die sich immer nah am Geschehen haltenden Kameras zeigen mit voller Härte, was passiert und der dröhnende Music Score von Steve Jablonsky lässt die Gefahr spürbar werden. Während die meisten Katastrophen-Filme zwar ein großes Spektakel bieten aber nicht wirklich bedrohlich wirken, erscheint „Deepwater Horizon“ in einzelnen Momenten unheimlicher als viele Horror-Filme.

Der Film ist bis auf ganz wenige Szenen auch frei von dem seichten Schnulz, der sonst bei Katastrophen-Filmen gerne aufgetragen wird. Vor allem kann sich Peter Berg auf eine Darsteller-Riege verlassen, die wunderbar in ihre Rollen hineinpasst (oder negativ ausgedrückt: alle Klischees erfüllt). Das gilt für Kurt Russell und Mark Wahlberg als verantwortungsbewusste Techniker ebenso für John Malkovich, dem die Rolle des Buhmanns beim Ölkonzern BP zufällt und dabei so herrlich-schmierig agiert, dass der Film zumindest für einige Momente den sich anbahnenden Schrecken vergessen lässt.

„Deepwater Horizon“ läuft seit dem 24.11.2016 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im April auf Blu-ray Disc & DVD.

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