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Filmkritik: „Blade Runner 2049“

Der junge Blade Runner K (Ryan Gosling) macht bei einem Einsatz eine ungewöhnliche Entdeckung, die seine Polizei-Chefin unbedingt geheimhalten will. K bekommt den Auftrag, die Spuren zu beseitigen und entdeckt dabei immer mehr Ungereimtheiten, die auch seine eigene Existenz in Frage stellen ….

„Blade Runner 2049“ ist eine direkte Fortsetzung von Ridley Scotts „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982 und obwohl im Vorfeld des Kinostarts nicht nur zahlreiche Trailer sondern auch noch mehrere eigenständige Prequel-Kurzfilme veröffentlicht wurden, gelang es Regisseur Denis Villeneuve, das Geheimnis um den eigentlichen Inhalt des Films weitgehend zu bewahren. Die Trailer zeigen zwar viele Momente aus dem Film, geben aber trotzdem tatsächlich kaum konkrete Hinweise auf die Story. Und so ist es auch ratsam, zwar bereits die Ereignisse von „Blade Runner“ zu kennen, den neuen Film aber möglichst ohne weitere vorherige Informationen anzusehen.

„Blade Runner 2049“ ist eine gelungene Fortsetzung von „Blade Runner“, die eine ganz andere Richtung einschlägt und auch ihren eigenen Stil hat. Dadurch unterscheidet sich der Film z.B. von „Star Wars: Das Erwachen der Macht“, der sehr darum bemüht war, die Atmosphäre der „Classic Trilogy“ von George Lucas wiederzubeleben. Auf der Suche nach Parallelen legt der Film auch immer wieder falsche Fährten.

Den Kultstatus erlangte „Blade Runner“ im Lauf der Jahre vor allem wegen der bunten Neon-Optik und dem Vangelis-Soundtrack, der trotz der ständigen Dunkelheit mit seinen verträumten Melodien diese verregnete Zukunftsvision etwas märchenhaft wirken ließ. „Blade Runner 2049“ wird hingegen überwiegend von trostlos-vernebelten Bildern mit wenig Licht und verwaschenen Farben dominiert und dabei von einem knarrend-dröhnenden Soundtrack von Hans Zimmer und Benjamin Wallfisch begleitet, der die rauhe Atmosphäre intensiv verstärkt. Villeneuve bringt zusammen mit seinem Kameramann Roger Deakins große Bilder auf die Leinwand, die zwar visuell beeindrucken aber weniger auf „Eyecandy“ als triste Endzeitstimmung setzen.

Das Drehbuch von „Blade Runner 2049“ entstand unter der Leitung von Hampton Fancher, der bereits für das Script von „Blade Runner“ mitverantwortlich war und diesem gelang es, die Geschichte 30 Jahre in der Zukunft mit neuen Akzenten fortzusetzen. Der Film verweist immer wieder auf das Original und dreht sich um die ähnlichen existenziellen Fragen, ist dabei aber noch viel düsterer als Ridley Scotts Film. Das Erzähltempo ist sehr gemächlich und in den insgesamt 164 Minuten gibt es nur relativ wenig „Action“. „Blade Runner 2049“ ist kein Popcorn-Kino wie es die Marvel-Filme bieten und viele Szenen ziehen sich mit Ryan Gosling und seinem trägen Hundeblick ziemlich in die Länge. Die Geschichte des „Blade Runners“ wird zuende erzählt und es drängt sich nicht zwangsläufig eine weitere Fortsetzung auf. Dafür eröffnet „Blade Runner 2049“ aber viele Möglichkeiten für weitere Filme mit ganz neuen Themen.

„Blade Runner 2049“ läuft seit dem 05.10.2017 in den deutschen Kinos. Mit der Heimkino-Veröffentlichung auf Blu-ray Disc & Ultra HD Blu-ray ist ab Februar/März 2018 zu rechnen. Ridley Scotts „Blade Runner“ wurde bereits im September von Warner auf Ultra HD Blu-ray veröffentlicht.

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