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Filmkritik: „Batman v. Superman: Dawn of Justice“

Mit „Batman v Superman: Dawn of Justice“ will Warner für die Helden der DC-Comics den Grundstein für ein eigenes Film-Universum legen, wie es Marvel und Disney bereits erfolgreich etabliert haben. Der Film führt bereits einige weitere Figuren aus dem DC-Universum in die Geschichte ein, die in Zukunft eine größere Rolle spielen sollen. Ein erster „Justice League“-Film  ist bereits für den November 2017 in Planung. Daher ist eigentlich schon von Anfang an klar, dass der Konflikt zwischen Batman (Ben Affleck) und Superman (Henry Cavill) nicht von Dauer sein wird. Genauer gesagt ist der Film auch kein Zweikampf sondern eine Dreiecksgeschichte, denn neben Batman und Superman ist da auch noch Lex Luthor (Jesse Eisenberg), der sein eigenes bizarres Spielchen treibt und in seiner hibbeligen Performance oft an den „Joker“ erinnert. Ben Affleck macht als „Batman“ ein deutlich gestandenere Figur – vor allem, weil er im Unterschied zu den anderen Hauptfiguren wesentlich älter wirkt.

Drehbuchautor David S. Goyer und Regisseur Zack Snyder haben „Batman v Superman: Dawn of Justice“ in Überlänge konzipiert und präsentieren neben der eigentlichen Story noch eine Menge von Rückblenden, Träumen und so ziemlich allem, was einem irgendwie zu den beiden Superhelden und DC einfällt. Mit rund 151 Minuten ist bereits die Kinofassung sehr lang und für das Heimkino ist sogar eine noch längere und etwas härtere Fassung geplant, die es auf eine Laufzeit von rund drei Stunden bringen soll. Dabei kaschiert Snyder mit seinem ziemlich hektischen Inszenierungs-Stil, dass der Film nur wenig Story zu bieten hat. Die einzelnen Szenen dauern meist nur wenige Minuten, bis neue Sub-Plots eröffnet werden, die oft nur am Rande einen direkten Bezug zu eigentlichen Handlung haben und auch stellenweise etwa wirr zusammen geschnitten wirken. Bis die Hauptfiguren in Montur aufeinander treffen, lässt Snyder einige Zeit vergehen und die Action konzentriert sich vor allem auf das letzte Drittel. Die ganze Inszenierung ist weitgehend spaßfrei. Lediglich „Wonder Woman“ lockert die Geschichte etwas auf. In all der Hektik entwickelt der Film auch keine Atmosphäre wie Christopher Nolans „The Dark Knight“-Trilogie, die dem Ganzen etwas Ernsthaftigkeit verleihen könnte. Und zum Schluss hat man den Eindruck, dass der Regisseur auch kein richtiges Ende finden kann, weil Snyder bis zur letzten Sekunde immer wieder nochmal etwas Neues auspackt.

Wie bereits „Man of Steel“ ist auch „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ein sehr düsterer Film, was Regisseur Zack Snyder auf seine schrille Art und Weise auch visuell betont. Es gibt fast nur Hell und Dunkel mit nur wenigen Zwischentönen. Statt „High Dynamic Range“ (HDR) erscheint die Dynamik ziemlich komprimiert. Der Film ist oft so düster, dass man oft kaum etwas erkennen kann und auch die stark gefilterten Farben wirken sehr schmutzig. Gleichzeitig überstrahlen aber (meist unwichtige) helle Bildbereiche ziemlich heftig. Das ist neben der mäßigen Spannung des Films auf Dauer auch rein optisch ziemlich ermüdend und hat auch Konsequenzen für die 3D-Darstellung. Die ist zwar eigentlich sehr intensiv, wovon man sich durch Abnehmen der 3D-Brille überzeugen kann. Trotzdem zeigt die dunkle Optik nur wenig plastische Tiefe.

Während viele Kritiker „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ziemlich verrissen haben, gelang an den Kinokassen direkt zum Start ein großer Erfolg: Weltweit spielte der Film bereits in den ersten Tagen über 420 Millionen Dollar ein. Ob Warner trotzdem auf die negative Kritik eingehen und die nächsten DC-Filme etwas anders gestalten wird, muss sich noch zeigen.

„Batman vs. Superman: Dawn of Justice“ läuft seit dem 24.03.2016 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im Juli/August auf Ultra HD/Blu-ray.

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