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Filmkritik: „Alien: Covenant“

„Alien: Covenant“ erzählt die Geschichte einer Crew, die mit 2000 Menschen an Bord der „Covenant“ auf dem Weg zu einem Planeten ist, um dort fernab der Erde eine neue Kolonie aufzubauen. Die Kernbesatzung wird von dem Androiden Walter (Michael Fassbender) aus dem Tiefschlaf geholt, nachdem eine Neutrino-Explosion das Sonnensegel des Schiffs beschädigt hat. Bei den Reparaturarbeiten wird ein Funkspruch aufgefangen, der menschlichen Ursprungs zu sein scheint und als sich auch noch herausstellt, dass dieser von einem Planeten aus der näheren Umgebung kommt, der ebenfalls zur Kolonialisierung geeignet scheint, geht ein Expeditionsteam auf die Suche nach dem Ursprung des Signals …

Mit mehreren atmosphärischen Trailern hat Fox die Zuschauer vor dem Kinostart ziemlich aufs Glatteis geführt. Denn „Alien: Covenant“ hat trotz des Titels mit den „Alien“-Filmen, die vor allem auf atmosphärischen Survival-Horror setzten, recht wenig zu tun, sondern orientiert sich vom Stil und Inhalt mehr am Vorgänger „Prometheus“. Der Film ist leider recht langatmig inszeniert und bietet nur wenig richtigen Thrill. Insbesondere im mittleren Teil reduzieren lange Dialoge das Tempo auf ein Minimum.

Wer sich bereits über die Crew in „Prometheus“ ärgerte, wird über die dämliche Besatzung der „Covenant“ erst recht den Kopf schütteln, die auf einem unbekannten Planeten vollkommen leichtsinnig agiert und sich über Sicherheitsvorgaben hinwegsetzt. Die meisten Darsteller bleiben farblos und verschwinden teilweise bereits von der Bildfläche, bevor man sich an ihre Gesichter überhaupt gewöhnt hat. Während in den „Alien“-Filmen Ripley (Sigourney Weaver) zur großen weiblichen Heldenfigur aufgebaut wurde, präsentiert Ridley Scott in „Alien: Covenant“ Daniels (Katherine Waterston) noch weinerlicher als Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) in „Prometheus“.

Die offenen Fragen am Ende von „Prometheus“ über den Heimatplaneten der „Konstrukteure“ werden teilweise beantwortet. Aber das geschieht auf eine ziemlich unspektakuläre Art und Weise und zum Teil auch nur in kurzen Rückblenden, so als ob Ridley Scott diese offenen Punkte einfach nur schnell abhaken wollte, um sich auf einen neuen Schwerpunkt zu konzentrieren.

Die Macht der Schöpfung ist das große Thema, um das „Alien: Covenant“ immer wieder herumkreist, mit seiner Philosophie den Zuschauer aber ziemlich langweilt und irgendwie auch den Eindruck erweckt, der ganzen Mythologie der „Alien“-Filme etwas den Boden zu entziehen. Ganz vergessen hat Ridley Scott die Erfolgsformel von „Alien“ aber nicht und präsentiert im letzten Drittel in etwas verkürzter Form noch einmal eine klassische Monster-Jagd, die allerdings nicht den gleichen Schock- und Thrill-Effekt des ersten „Alien“-Films erzielt, weil man meist zu viel von dem digital animierten Alien sieht.

Zumindest sorgt „Alien: Covenant“ dafür, dass die in „Prometheus“ noch sehr vage Verbindung zu den früheren Alien-Filmen schon langsam erahnt werden kann. Ob es jetzt nur einen oder noch zwei weitere Fortsetzungen bedarf, um den Kreis wirklich zu schließen, bleibt aber offen.

„Alien: Covenant“ läuft seit dem 18.05.2017 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich im September/Oktober auf Blu-ray Disc und Ultra HD Blu-ray.

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