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Film-Kritik: „Need for Speed“ – Aaron Paul mit Vollgas auf den Spuren von Steve McQueen

Need for Speed - ab 20.03.2014 im Kino

Tobey Marshall (Aaron Paul) ist Mechaniker, Muscle-Car-Fan und illegaler Street Racer. Aus alten Tagen hegt er noch eine Rivalität mit dem arroganten Rennfahrer Dino Brewster (Dominic Cooper), der inzwischen durch eine NASCAR-Karriere reich geworden ist. Bei einem privaten Rennen verursacht Brewster den Tod eines Freundes, verschafft sich aber ein Alibi und kommt ungeschoren davon. Nur Tobey muss ins Gefängnis und nachdem er entlassen wird, sinnt er auf Rache. Doch ihm bleiben nur 45 Stunden Zeit, um von New York nach Kalifornien zu fahren, um dort bei einem Supercar-Rennen seinen Rivalen zu stellen…

„Need for Speed“ ist eine der erfolgreichsten Rennspiel-Serien der letzten Jahre. Seit 1994 bringt Electronic Arts immer neue Spiele mit leicht verändertem Konzept und wechselnden Umgebungen heraus, in denen man mit Supercars wilde Straßenrennen fährt und dabei oft auch noch von der Polizei verfolgt wird. Der erste Kinofilm mit dem berühmten Spiele-Namen setzt vor allem auf handgemachte Action-Sequenzen, die durch viel Tempo und die ungewöhnlichen Kameraperspektiven bestechen. Regisseur Scott Waugh (Act of Valor) ist ein erfahrener Stunt Coordinator, der die typischen Elemente der Spiele sehr ausdrucksstark in Szene setzt. Vorbild für den Film ist weniger die Fast & Furious-Reihe, die inzwischen mit ihren absurd wirkenden Stunts und viel Poser-Gehabe immer mehr sich selbst parodiert, sondern eher Klassiker wie „Bullit“ mit Steve McQueen, aus dem gleich ganz am Anfang einige Szenen zu sehen sind. Dem Regisseur ist es gelungen, die typischen Bilder aus den „Need for Speed“-Spielen nachzuahmen und selbst die Landschaften und Straßenzüge erinnern oft an die Spiele. Natürlich dürfen auch die Polizeibarrikaden und Helikopter-Einsätze dabei nicht fehlen. Trotz dem lauten Gedröhne der Motoren und den stylischen Rennsequenzen wirkt das Ganze aber nicht einfach aalglatt und cool sondern der Zuschauer bekommt teilweise ziemlich drastisch vor Augen geführt, was passiert, wenn bei der Raserei etwas schief läuft.

Inhaltlich sollte man von „Need for Speed“ nicht allzu viel erwarten: Die Story ist sehr simpel gestrickt. Das Ausgangsszenario kann zunächst noch überzeugen und der Film bemüht sich sogar anfangs, seinen Figuren etwas Charakter zu vermitteln. Breaking Bad-Star Aaron Paul wirkt im Vergleich zu den Testosteron-Alpha-Tieren aus „Fast & Furious“ zwar eher wie in Milchbubi, aber dafür auch nicht ganz so überzeichnet. Nach der Entlassung Tobeys aus dem Gefängnis nimmt die Handlung leider zunehmend bizarre Züge an und insbesondere die Freunde von Tobey, die ihn auf der Reise an die Westküste begleiten, wechseln sich immer wieder dabei ab, eine absurde Einlage nach der nächsten abzuliefern. Ergänzt wird das noch durch Michael Keatons Rolle als exzentrischem Organisator des Rennens, der in erster Linie merkwürdige Kommentare abliefert. Und natürlich darf auch die kleine Love-Story am Rande mit Imogen Poots nicht fehlen, die aber wenigstens nicht ganz so überdreht wirkt wie Tobeys Kumpanen.

Angesichts der vielen wirklich extrem misslungenen Computerspiele-Verfilmungen der letzten Jahre muss man „Need for Speed“ trotz der etwas müden Story aber doch als eines der gelungeneren Werke dieses Genres betrachten. Gerade weil die Rennszenen wirklich Maßstäbe setzen und die Dynamik aus den Spielen gut vermitteln, lohnt es sich, den Film mehr als nur einmal anzuschauen.

„Need for Speed“ läuft seit dem 20.03.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich am 09.10.2014 auf Blu-ray Disc & DVD.

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