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Film-Kritik: „Captain America – The Return Of The First Avenger“

Der nach 70 Jahren Tiefschlaf im 21. Jahrhundert gestrandete Captain America (Chris Evans) ist weiterhin im Dienst von S.H.I.E.L.D. Er lebt zurückgezogen in Washington und versucht, sich das wichtigste Wissen aus den vergangenen Jahrzehnten anzueignen. Bei einem S.H.I.E.L.D.-Einsatz gelangt Black Widow (Scarlett Johannson) an einen verschlüsselten USB-Stick, dessen Inhalt so wichtig zu sein scheint, dass Leute sogar bereit sind, dafür zu töten. Als sich herausstellt, dass nicht nur der geheimnisvolle „Winter Soldier“ sondern selbst die eigenen Kollegen von S.H.I.E.L.D. an der Jagd beteiligt sind, sind Captain America und Black Widow auf sich alleine gestellt, um das Geheimnis hinter der Verschwörung aufzuklären….

Captain America - The Return Of The First Avenger

Offiziell vermarktet Marvel den zweiten „Captain America“-Film in Deutschland nicht unter dem Originaltitel „Captain America 2: The Winter Soldier“ sondern als „The Return Of The First Avenger“. Zeitlich knüpft er an „Marvel’s The Avengers“ an, ist aber trotz der typischen Referenzen an andere Figuren aus dem Marvel-Universum ein reiner „Captain America“-Film.

„The Return of the First Avenger“ ist einerseits pures Blockbuster-Kino mit vielen Action-Kampfsenen und Stunts nach dem typischen Erfolgsmuster vieler Comic-Verfilmungen. Aber ganz so simpel, wie der Film am Anfang zunächst scheint, ist er dann aber doch nicht. Denn die Story nimmt einige Wendungen, wird zunehmend komplizierter und geht teilweise sogar zu den Ursprüngen von Captain America zurück. Und mit Verweisen auf den allmächtigen Überwachungsanspruch der US-Geheimdienste hat der Film sogar einen sehr aktuellen Bezug, der den Hurra-Patriotismus, der „Captain America“ zu Unrecht teilweise voraus eilt, etwas dämpft.

Trotz der Besetzung von Robert Redford, der für viele US-kritische Filme bekannt ist, entwickelt sich „The Return of The First Avenger“ aber nur oberflächlich zu einem Politthriller. Zwar ist der Film deutlich ernster als viele frühere Marvel-Filme wie zuletzt der spaßige „Thor – The Dark Kingdom“. Vergleiche zu Christopher Nolans „The Dark Knight“-Trilogie erscheinen aber etwas übertrieben. Das Drehbuch von „The Return Of The First Avenger“ wirkt eine Spur zu episodenhaft und nicht wie eine Erzählung aus einem Guss sondern eher wie eine Aneinanderreihung vieler kleiner Ideen, die vor allem dazu dienen, die Action-Szenen mit großen Show-Effekten miteinander zu verbinden, ohne dass dabei übermäßig viel Spannung entsteht. Gerade am Anfang vergeudet der Film viel Zeit mit Action-Fights, bei denen der Zuschauer keinen Zweifel hat, wer gewinnen wird und einige der Szenen, die der Charakterentwicklung von Captain America dienen sollen, wirken etwas zu langatmig.

Gelungen sind vor allem die vielen Querverweise in die Vergangenheit, die eine Menge Anknüpfungspunkte für die weiteren Fortsetzungen von Captain America eröffnen. Positiv fällt auch auf, dass die Action-Szenen eine recht hohe Bandbreite bieten und neben bombastischen Show-Einlagen auf fliegenden Flugzeugträgern selbst klassische Auto-Verfolgungsjagden ihren Platz bekommen. Natürlich dürfen neben dem unverzichtbaren „Stan Lee“-Cameo-Auftritt kleine Verweise auf andere Figuren des „Avengers“-Teams nicht fehlen und auch in der Mitte und am Ende des Abspanns gibt es wieder eine kleine Vorschau auf das, was in der Zukunft im Marvel-Universum passieren wird.

„The Return Of The First Avenger“ wurde durchgängig mit digitalen Kameras gedreht. Sowohl die Red Epic mit 5k-Auflösung als auch die nicht ganz so hoch auflösende Arri Alexa kamen zum Einsatz. Für die nachträgliche 3D-Konvertierung beauftrage Marvel wieder StereoD. Im Kino wirkten die Effekte nicht übermäßig spektakulär. Das mag aber auch zum Teil daran liegen, dass das gesamte Bild überwiegend etwas dunkel ist und durch den geringen Kontrast nicht sonderlich plastisch wirkt.

„Captain America – The Return of the First Avenger“ läuft seit dem 27.03.2014 in den deutschen Kinos und erscheint voraussichtlich am 14.08.2014 auf Blu-ray Disc, Blu-ray 3D & DVD.

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