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EU Energielabel für Fernseher wird ab morgen Pflicht

Für TV-Gerätehersteller wird ab dem 30. November 2011 die Verwendung einer Kennzeichnung für den Stromverbrauch verpflichtend. Das bereits seit 1992 für Haushaltsgeräte verwendete "EU-Energielabel" (PDF) war zuvor bereits freiwillig von einigen Herstellern eingesetzt worden.

Neben der Angabe der Leistungsaufnahme ist auch eine Angabe des Jahres-Stromverbrauchs bei einer angenommenen Gebrauchsdauer von vier Stunden pro Tag verpflichtend. Ausserdem müssen die Hersteller angeben, ob ihre Fernseher über einen festen Netzschalter verfügen. Die Einstufung des Stromverbrauchs erfolgt zunächst in sieben Gruppen von A-G, die die Leistungsaufnahme in Relation zur Bilddiagonale bewerten. Auch die Ausstattung wird bei der Bewertung berücksichtigt. So wird z.B. zwischen einfachen Videomonitoren und Fernsehgeräten differenziert und auch die Ausstattung mit mehreren Tunern und/oder Festplatten wird bei der Berechnung der Einordnung in die Kategorien berücksichtigt.

So darf z.B. ein 40 Zoll-Fernseher für die A-Note nur zwischen 49 und 63 Watt Leistung im Betrieb aufnehmen. Philips hat z.B. mit dem "Econova ECO Smart LED-TV" einen 46 Zoll-Fernseher mit 56 Watt-Leistungsaufnahme im Programm, der das Label A++ trägt.

Die Anforderungen sind zwar sehr hoch, werden aber bereits heute von vielen modernen Geräten erfüllt. Deswegen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) auch das EU-Effizienz-Label für TV-Geräte kritisiert. Der Umweltverband geht nach eigenen Erhebungen davon aus, dass bereits rund 25 Prozent der Geräte zur Energie-Effizienzklasse A gehörten und nur wenige Fernsehgeräte in die schlechtesten Kategorien D bis G fallen. "Mit der schnellen technischen Entwicklung ist damit zu rechnen, dass schon bald nahezu alle Fernsehgeräte in die besten Effizienzklassen fallen. Damit verliert das Label seine Aussagekraft. Die Unterscheidung zwischen Geräten mit höherem und solchen mit sehr niedrigerem Stromverbrauch wird dann schwierig", kritisiert die beim BUND mit Energiefragen beauftrage Irmela Benz.

Der BUND pflegt eine eigene Datenbank, die die Verbrauchsdaten von über 1000 TV-Empfängern umfasst. Der BUND empfiehlt vor allem, auf die absoluten Verbrauchswerte statt nur das Label zu achten.

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