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DVB-T2 HD mit 1080p: ARD will sich noch nicht festlegen

TV Sender DVB-T FMT Nürnberg

Über die geplante DVB-T2 HD-Plattform wollen erstmals deutsche TV-Sender ihre Programme in 1080p mit einer progressiven Vollbild-Darstellung von 1920 x 1080 Pixeln verbreiten. Entsprechende Pläne wurden in der letzten Woche vom ZDF bekannt, wenig später bestätigte auch RTL auf Anfrage, seine HDTV-Sender (verschlüsselt) in 1080p ausstrahlen zu wollen.

Bei der ARD hingegen ist noch keine Entscheidung für oder gegen 1080p gefallen. Dennis Grams von ARD Digital teilte auf Anfrage mit, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Festlegung gebe. Die Entscheidung ist noch offen: „Die ARD testet aktuell in Piloten die technischen Möglichkeiten von DVB-T2/HEVC. Dabei spielt auch die Frage der Auflösung eine Rolle“. Entsprechende DVB-T2-Tests gibt es bereits u.a. in Berlin. Die ARD strahlt ihre HDTV-Programme via Satellit, Kabel und IPTV derzeit in 720p aus.

Die Öffentlich-Rechtlichen Sender haben jahrelang ihre Entscheidung dafür mit einer Empfehlung der European Broadcasting Union (EBU) begründet, die vor allem die bessere Bewegtbilddarstellung von 720p gegenüber 1080i herausstellte. Andere Öffentlich-Rechtliche Sender wie z.B. die britische BBC hielten sich von Anfang an nicht an diese Empfehlung und sendeten in 1080i. Auch intern wird inzwischen bei ARD und ZDF ein großer Teil des Programms in 1080i produziert, aber nur in 720p ausgestrahlt.

Die Öffentlich-Rechtlichen Programme und die Privatsender werden via DVB-T2 auf verschiedenem Wege verbreitet. ARD und ZDF planen einen schrittweisen Wechsel von DVB-T auf DVB-T2 mit HDTV-Sendern bis 2019.

Die DVB-T2 HD-Plattform von Media Broadcast, über die die Privatsender ausgestrahlt werden, soll nach den derzeitigen Planungen bereits innerhalb des 1. Quartals 2017 verfügbar sein. Die Kosten für den Empfang der Privatsender werden voraussichtlich mit HD+ via Satellit vergleichbar sein, welches derzeit 60 EUR im Jahr kostet.

Bei ProSiebenSat.1 hält man sich bislang noch zum Umfang des Senderangebots und der technischen Qualität mit konkreten Informationen bedeckt.

Bereits zur Fußball-Europameisterschaft (10.06. – 10.07.2016) soll es einen DVB-T2-Pilotbetrieb privater und Öffentlich-Rechtlicher Sender in den meisten Ballungsräumen und einigen weiteren Regionen geben. Für den Empfang sind Fernseher mit DVB-T2-Tuner und HEVC-Decoder erforderlich, wie sie z.B. bereits von Panasonic, Samsung oder LG angeboten werden.

 

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