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DVB-T2 HD: Erste Infos zu den Kosten für private HDTV-Sender

TV Sender DVB-T FMT

Zum Start der TV-Branchenmesse ANGA COM haben Sender und Verbände weitere Informationen zum deutschen DVB-T2-Projekt bekannt gegeben, welches inklusive HDTV-Sendern das bisherige DVB-T mit wenigen Programmen in SD-Qualität bis 2019 ablösen soll. „DVB-T2 HD“ wird neben den frei empfangbaren Öffentlich-Rechtlichen Sendern auch verschlüsselte Privatsender umfassen, die über eine Plattform von Media Broadcast verbreitet werden.

Im Umfeld der ANGA COM wurde jetzt erste Informationen zu den Kosten bekannt, die voraussichtlich für den Empfang der Privatsender entstehen werden. Laut heise online rechnet Wolfgang Breuer von Media Broadcast voraussichtlich mit ähnlichen Kosten wie bei der HD+ Satellitenplattform. HD+ kostet im Jahresabo derzeit 60 EUR.

Oft bekommt man beim Kauf eines neuen Sat-Empfangsgeräts eine für ein Jahr freigeschaltete HD+ Karte gratis dazu. Ob es bei der DVB-T2 HD-Plattform von Media Broadcast ähnliche Neukunden-Angebote geben wird, ist noch ebenso offen wie eventuelle Restriktionen bei der zeitversetzten Wiedergabe von privaten HDTV-Programmen, auf die ProSiebenSat.1 inzwischen verzichtet aber insbesondere die RTL-Gruppe weiterhin festhält. Für die Öffentlich-Rechtlichen HD-Sender gibt es keine solchen Restriktionen. Die DVB-T2-Plattform von Media Broadcast soll voraussichtlich im 1. Quartal 2017 starten.

Durch die Kombination von DVB-T2 mit der auch für Ultra HD verwendeten HEVC/H.265-Kompression wird es bei DVB-T2 HD nicht nur eine bessere Bildqualität durch HDTV-Programme sondern auch weitaus mehr Sender geben: Die Planungen der Programmanbieter gehen bislang von einem Senderangebot von rund 50 Programmen aus, welches nicht nur in Ballungszentren die Privatsender umfassend wird, sondern auch in vielen Regionen das volle Angebot umfassen soll, in denen bislang nur die Öffentlich-Rechtlichen Sender via DVB-T empfangbar waren. Noch keine Entscheidung gibt es darüber, ob via DVB-T2 HD auch Radioprogramme verbreitet werden sollen.

Fernseher, die die DVB-T2 HD-Spezifikationen erfüllen, sollen durch ein grünes Logo gekennzeichnet werden. Bislang sind dies vor allem einige neue Ultra HD-Fernseher aus dem Modelljahr 2015 – z.B. von Panasonic, Samsung oder LG. Ab 2016 sind aber auch Full HD-Fernseher mit DVB-T2/HEVC-tauglichem Tuner zu erwarten.

Bereits ab Mai 2016 sollen im Rahmen eines DVB-T2-Pilotbetriebs erste HDTV-Programme in den größten DVB-T-Regionen Deutschlands ausgestrahlt werden. Laut den derzeitigen Planungen der Sender soll dieser bis zur Fußball-Europameisterschaft (10.06. – 10.07.2016) zumindest in den Regionen, in denen bereits heute private Programme via DVB-T ausgestrahlt werden, empfangbar sein. Aber auch für weitere Regionen, in denen bislang keine Privatsender via DVB-T empfangen werden können, wird schon für 2016 eine Verbreitung des DVB-T2 Pilot-Angebots in Aussicht gestellt.

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